Dienstag, 7. März 2017

Weiß, weißer, Whitehaven Beach

Wooooooooow! – Das muss sich bereits James Cook gedacht haben, als er vor 247 Jahren die Whitsunday Inseln entdeckte und sie nach dem Pfingstsonntag benannte. Diese Inselgruppe hat nämlich Wunderschönes zu bieten! Am berühmtesten natürlich ist der acht Kilometer lange Whitehaven Beach, der als einer der weißesten Strände der Welt gilt. 

Am 25. Februar standen wir etwas früher auf als gewohnt – ich bin ja eigentlich ein leidenschaftlicher Langschläfer – und gingen zum abgemachten Treffpunkt, wo uns der Whitehaven Xpress Bus abholen sollte. Ein Bus kam und wir fuhren, weitere Tourteilnehmer einsammelnd, zum Hafen, wo unsere Buchungsbelege kontrolliert und die Einführung stattfinden sollte. Schööön, dachten wir uns, als uns mitgeteilt wurde, wir seien in den falschen Bus eingestiegen, unsere Tour sei eine andere und wir müssten zu einem anderen Teil des Hafens laufen. Zum Glück konnte uns ein freundlicher Tourist mitteilen, wo genau wir hinlaufen müssen, und so machten wir uns gleich auf den Weg zum richtigen Schiff. Die super coole Whitehaven Xpress Crew hatte sich schon gewundert, warum wir nicht am vereinbarten Treffpunkt gewesen seien, hat aber freundlicherweise auf uns gewartet, bevor sie ablegten. 

Eine gute Stunde fuhren wir heraus ins Meer den Inseln entgegen. So blieb genug Zeit für die Sicherheitseinweisung und Absprachen über den Tagesablauf. Stopp Numero 1 war Tongue Bay, wo wir das Boot verließen, um ein wenig wandern zu gehen. Unser Ziel war der Hill Inlet Lookout, der einem eine fantastische Aussicht auf den Whitehaven Beach, Solway Passage und Hill Inlet bietet. 





Nicht schlecht, oder?


Nachdem alle fertig gestaunt und all ihre Fotos gemacht haben – das dauerte in der Tat ein wenig – ging es zurück aufs Schiff und zum nächsten Stopp, Whitehaven Beach. Hier hatten wir zunächst die Möglichkeit, im Meer baden zu gehen. Dafür bekamen wir Stinger Suits, da es in den nördlichen Küstengebieten – wie ich im letzten Beitrag schon erzählt hatte – überall gefährliche Quallen gibt. Während wir also im Wasser planschten, bereiteten unsere Reiseführer das BBQ-Buffet vor: Unmengen an Steak, Würstchen, Salat, Brot und Obst für alle. (Für die Vegetarier gab es super leckere Sojavarianten.) Das war das beste Mittagessen seit langem! Beim Essen wurden wir neugierig von ein paar Goannas beäugt. Das sind gar nicht mal so kleine Echsen, die in nahezu ganz Australien vorkommen. An und für sich sind sie harmlos, doch zu Nahe kommen sollte man ihnen trotzdem nicht, da sie lange Krallen an den Füßen haben, die einem sicherlich äußerst schmerzhafte Verletzungen zufügen können. So schossen wir unsere Fotos lieber mit ein paar Metern Abstand. 


Der war ganz scharf auf die Reste unseres Barbeques.

Nach einer kleinen Verdauungspause ging es weiter zum letzten Part unserer Tour. Wir fuhren zu einem Korallenriff, wo wir die Möglichkeit hatten zu schnorcheln. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Schnell legten wir Stingersuit, Schnorchel und Taucherflossen an und hüpften ins kühle Nass. Für mich war es das erste Schnorchelerlebnis meines Lebens und so war ich trotz nicht ganz klaren Wassers total von den zahlreichen Korallen und Fischen beeindruckt, die wir hautnah erleben konnten. Das pausenlose Schnorcheln war aber auch ziemlich anstrengend, sodass wir ganz schön außer Puste waren, als wir zurück aufs Boot kletterten und schließlich zurück nach Airlie Beach schipperten. 



Der Ausflug hat sich auf jeden Fall total gelohnt. Wir haben drei wundervolle Spots der Whitsunday Insel kennengelernt, waren baden an einem der weißesten Strände der Welt, hatte ein super leckeres Mittagessen und sahen wunderschöne Unterwasserwelten. Obendrein war die Crew echt richtig freundlich, gingen ständig auf uns zu, machten Scherze, kümmerten sich um diejenigen, denen die Schifffahrt nicht ganz so wohl bekommen ist. Also solltet ihr jemals die Whitsundays besuchen wollen, kann ich die Whitehaven Xpress Tour ganz ehrlich empfehlen! 

Damit bin ich doch auch fast schon wieder auf dem aktuellen Stand, fehlt nur noch ein Bericht über Townsville und Magnetic Island – unsere Stopps zwischen Airlie Beach und Mission Beach, wo wir uns momentan befinden, bevor es morgen früh weiter nach Cairns geht. Hui, der erste Reisemonat ist schon um. Ein weiterer Monat und ich werde wieder in Deutschland sein. Verrückt, wie schell die Zeit verfliegt! Doch ich versuche jeden einzelnen Tag zu genießen. Was hier oben im tropischen Klima gar nicht so einfach ist, da die ständige schwüle Hitze echt anstrengend ist... Zum Glück geht es nach unserer Cairns-Woche in den Süden nach Adelaide, wo es gar nicht mehr soooo heiß sein wird (d.h. es sind nicht mehr ganz jeden Tag 30°). Laaangsam kehrt der Herbst in Australien ein. Doch noch ein wenig darf ich in Queensland vor mich hin schwitzen...

Tropische Grüße
Hanna 🐨

Donnerstag, 2. März 2017

Stopp 4 & 5: Von Rockhampton nach Airlie Beach

Upsa! Da hänge ich nun doch wieder ein wenig hinterher. Unser Aufenthalt in Rockhampton ist nämlich fast schon wieder zwei Wochen her. Doch dort verbrachten wir ohnehin nur zwei Nächte und haben nicht so viel erlebt. Rockhampton ist nämlich trotz 80 000 Einwohner das, was ich ein australisches Kaff nennen würde. Eben ein sehr großes Kaff. Ehrlich. Kennt ihr das Musical Footloose? Da geht es um einen Jungen, der von Chicago nach Bomont – eine totlangweilige Stadt mitten im Nirgendwo – zieht. Stellt euch mal diese Stadt vor und dann habt ihr einen ungefähren Eindruck von der Stadt, in der wir waren…

Die wohl spannendste Straße Rockhamptons

Na gut, das ist natürlich total übertrieben. Rockhampton hat einiges zu bieten – kulturell, historisch, landschaftlich. Nationalparks, Museen, Gärten, sogar einen Zoo und eine Goldmine gibt es… Und ich bin mir sicher, wir hätten dort einiges erleben können, wenn wir ein Auto gehabt hätten oder wenigstens kein Wochenende gewesen wäre. In Rockhampton fahren nämlich am Wochenende nahezu keine Busse. (Bin ich jetzt berechtigt, es als großes Kaff zu bezeichnen?)
So saßen wir eben im Hostel unsere Zeit ab, schauten Filme, gingen mal zum Supermarkt, schrieben Postkarten, hörten Musik, lasen Bücher – all das, was man eben so macht, wenn man nicht wirklich etwas zu tun hat. :D

Am Sonntag nutze ich die freie Zeit und ging in die Kirche. Die Oasis New Life Gemeinde ist eine kleine, moderne Pfingstkirche und erinnerte mich im Großen und Ganzen sehr an Hillsong. Ich wurde freundlich begrüßt und nach dem Gottesdienst kam der Pfarrer selbst auf mich zu, um ein wenig mit mir zu quatschen. Diese freundliche Begegnung und die Pizza, die ich im Nachhinein mit meiner Reisekollegin futterte (Hoch lebe Dominos!) versüßten mir den Aufenthalt in Rockhampton letztendlich doch noch. Und wie gesagt, wären wir transporttechnisch nicht so eingeschränkt gewesen, hätte es sicherlich noch viel aufregender sein können.

Dafür erhofften wir uns natürlich eine wundervolle, erlebnisreiche Zeit an unserem nächsten Reiseziel, Airlie Beach. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Auf jeden Fall haben wir unsere Woche dort sehr genossen. Unser ursprünglicher Plan war eigentlich, jeden Tag zum Strand zu gehen. Das hatte sich aber recht schnell erledigt, da man dort im Meer gar nicht baden darf.
Davor hatte man uns schon gewarnt: Desto weiter man die australische Ostküste gen Norden entlangreist – umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich gefährliche Tiere im Wasser tummeln, die man hier als Stingers bezeichnet. Das berühmteste Beispiel ist wohl die Würfelqualle – box jellyfish – deren Nesselgift sehr gefährlich sein kann. Aus diesem Grund darf man das Wasser an den meisten Stränden hier oben nur mit Quallenschutzanzügen (so eine Art Neoprenanzüge, nur dünner) betreten. Zudem findet man entlang des Ufers zahlreiche Warnschilder, die einem auch schrittweise erklären, was man tun soll, falls es dennoch zu einem Quallenstich kommt. An diesen ist auch immer eine Flasche Essig befestigt, den man braucht, um erste Hilfe zu leisten. Hoffen wir, dass wir diesen nie benötigen werden. Doch weil wir ja nur zwei verängstigte Touris sind, halten wir uns sowieso an die Regeln und gehen nur dort baden, wo es empfohlen ist. Darum blieben unsere Badesachen in Airlie Beach ja auch trocken.

Sonnenaufgang #3


Stattdessen schlenderten wir durch die Einkaufsstraße, setzten uns in den Park und machten Musik, sahen uns den Sonnenaufgang an, legten uns an den Pool und machten auch eine Wanderung durch den Conway National Park, wo ich endlich meine erste wilde Schlange sah. Die war aber sehr klein und hat sich schnell davon gemacht. Der Pfad endete an einem sehr hübschen Steinstrand, der uns jedoch nicht so geheuer war, weil sich da ein Krokodilwarnschild befand… Daher genossen wir diese Aussicht nur kurz und gingen dann zurück. Ich bin mir sicher der Rückweg ging schneller vonstatten als der Hinweg, haha. Doch bei den Krokodilen, die dort anscheinend gesichtet wurden, handelte es sich um sogenannte Leistenkrokodile. Googelt das mal und erzählt mir nicht, ihr wärt nicht ebenfalls einen Schritt schneller gelaufen!



Wunderschöne Aussicht im Conway Nationalpark


Und SCHWUPPS! befanden wir uns auf dem Heimweg. :D


Das Highlight unserer Zeit in Airlie Beach war defintiv die Whitehaven Beach Tour entlang der Whitsundays, die wir Samstag machten. Darüber werde ich euch allerdings das nächste Mal erzählen – diese Inseln verdienen nämlich einen eigenen Eintrag. Bis dahin…


Faule Grüße
Hanna 🐨

Donnerstag, 16. Februar 2017

Stopp 3: Hervey Bay

Hey ihr Lieben,

schnelle Grüße aus Hervey Bay! 
Von hier kann ich euch wirklich nicht viel spannendes berichten. Wir schliefen drei Nächte hier und spannten voll und ganz aus. Das YHA Colonial Village ist auch enfach schön. Es erinnert mich an eines dieser Schulcamps, zu denen man früher zu Klassenfahrten reiste: Großes Gelände, niedliche Bungalows, Hühner, Enten und Pfauen. Zudem gibt es einen super gemütliche Bar und einen Pool. 

Hallo kleiner Pfau! :)

Wenn wir das Hostel also mal verließen, dann um uns für einige Stunden in einen der umliegenden Parks zu setzen, wo wir redeten, dösten oder Musik machten. Unsere Lust auf Sonne und Strand war nach den letzten Stopps ohnehin erstmal gestillt. Nur einmal ging ich ganz bewusst ans Meer, nämlich nach unserer ersten Nacht hier, um mir erneut einen Sonnenaufgang anzusehen. Das war wieder wunderschön. Dafür lohnt es sich einfach um fünf aufzustehen. 




Mit gepackten Taschen sitzen wir nun in der Bar und lauschen der Musik, die hier wirklich erstaunlich gut ist. Etwas später erwartet uns dann eine siebenstündige Busfahrt nach Rockhampton, von wo ich mich dann wieder melden werde. (Eventuell. Wir sind nämlich nur für 2 Nächte da und haben gar nicht so viel Zeit zwischendurch.) Wie auch immer, irgendwann bekommt ihr schon wieder von mir zu hören. Bis dahin –

Entspannte Grüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 15. Februar 2017

Stopp 2: Rainbow Beach & Fraser Island

"6 Nächte." – Beim Beantworten der Frage, für wie lange wir in das Hostel einchecken würden, wirkte der Rezeptionist ziemlich überrascht. Die meisten Leute verbringen hier nämlich nur 1-2 Tage als Zwischenstopp, bevor sie eine mehrtägige Tour auf Fraser Island machen.
Tja, wir wollten uns eben auch Rainbow Beach selbst ganz genau anschauen. Blöd nur, dass es hier gar nicht sooo viel zu tun gibt. Es gibt einen Strand, der keine 5 Minuten entfernt ist, und einen Nationalpark, ungefähr zwanzig Minuten zu Fuß, eine Straße mit überteuerten Souvenirshops und ein paar Getränkeautomaten. Oh, und dann gibt es natürlich dieses mehr oder weniger wundervolle Hostel, in dem die meisten Gäste stundenlang im Aufenthaltsraum vor ihren Handys sitzen und das kostenlose WLAN ausnutzen. Meine Freundin und ich wollte wenigstens etwas aktiver sein und so gingen wir fast jeden Tag zum Strand. Rainbow Beach ist an und für sich ein sehr schöner Strand – nur nicht zum Baden, weil die Wellen dauerhaft recht reißerisch sind und es deswegen gar nicht so ungefährlich ist, hier schwimmen zu gehen. Daher haben wir uns auch nicht so weit raus getraut. Doch auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns im flacheren Wasser ein bisschen von den Wellen durchrütteln und umhauen zu lassen.
Ansonsten verbrachten wir einfach viel Zeit damit, im Sand zu sitzen, zu lesen, Musik zu hören, zu schreiben und Ukulele zu spielen. Ich habe mir nämlich endlich eine hier in Australien gekauft. In wie weit sich das noch für die nächsten sieben Wochen lohnt, möchte ich jetzt bitte nicht ausdiskutieren.

Mein persönliches Rainbow-Beach-Highlight war der Sonnenaufgang, den wir uns am Montag angesehen haben. Zuerst war ich von der Idee, um fünf Uhr aufzustehen, nicht so angetan und so war ich letzten Endes umso glücklicher, dass meine Reisekollegin eine echte Überredungskünstlerin ist, denn als wir ihre Idee schließlich in die Tat umsetzten, war ich begeistert. Wir schlichen also früh am Morgen aus unserem Zehn-Bett-Zimmer und gingen – noch im Schlafanzug – an den Strand, wo sich uns 20 Minuten später ein atemberaubender Anblick bot. Ich bin noch immer hin und weg und möchte jetzt bitte an jedem unserer Reisestopps einen Sonnenaufgang beobachten. Guckt euch die Fotos an! Ich versichere, in echt war es noch viel beeindruckender! ♡







Sehr interessant war auch unsere Wanderung zu Carlo Sandblow. Was klingt, wie ein talentloser deutscher Schlagersänger, ist eigentlich eine wunderschöne Sanddüne mitten im Wald, von der man eine unglaublich gute Sicht hat. Auf der einen Seite kann man den Pazifik sehen und mit etwas Glück sogar Buckelwale erspähen. (Dazu ist momentan allerdings die falsche Saison.) Auf der anderen Seite kann man einen großen Teil des Nationalparks überblicken und fabelhafte Sonnenuntergänge beobachten. Leider war es an dem Abend, den wir dort verbrachten, sehr bewölkt, sodass wir lediglich wahrnahmen, wie es langsam dunkler wurde – ohne beeindruckendes Farbenspiel am Himmel. Naja. Man kann nicht alles haben. Dafür hatten wir zuvor einen spektakulären Sonnenaufgang.

Abgesehen vom Strand und diesem Nationalpark kommen die meisten Reisenden, wie gesagt, hierher, um eine Tour zu Fraser Island zu unternehmen. Wir hatten unsere Tagestour am Samstag und die hat sich richtig gelohnt! Es ist schon ein Abenteuer für sich, mit dem Bus den 75 Mile Beach (der Name erklärt sich von selbst) und die hügeligen Wege auf der Insel entlangzufahren. Da wird man echt ordentlich durchgeschüttelt! Wer schnell seekrank wird, sollte sich eine solche Tour zweimal überlegen. Doch es lohnt sich. Die größte Sandinsel der Welt bietet wundervolle Szenerien: Der scheinbar endlose Strand, die riesigen Sanddünen, der Regenwald und die fast 200 Seen, von denen wir allerdings nur einen besuchten – Lake McKenzie. Wenn man diesen besucht, fühlt man sich, als wäre man soeben auf magische Art und Weise in das Bild auf einer Postkarte gehüpft: Kristallklares Wasser, in dem sich der Himmel spiegelt, weißer Sandstrand, umgeben vom Grün der umstehenden Bäume und kein Wölkchen am Himmel. Wir waren BEEINDRUCKT – völlig hin und weg. Etwas vergleichbares hatte ich noch nie zuvor gesehen. (Da kann unser geliebter Kretzschauer See nicht mithalten, mein liebes Gurkenrudel… :D) Wieder kann ich nur auf die Fotos verweisen, weil mir keine anderen Wörter als wunderschön und unfassbar in den Sinn kommen…







Neben der wunderhübschen Natur war ich an diesem Tag übrigens auch sehr angetan vom Mittagessen, weil es Buffet gab und nach der ersten Woche als Backpacker fühlt man sich dabei plötzlich wie eine Prinzessin – keine stickige Hostelküche, nicht selber kochen müssen, bezaubernd

Unser Tourguide Cam führte uns ein wenig durch den Regenwald, erzählte uns viel über Pflanzen, die die Aboriginies zum Kochen, Bauen und Heilen nutzten, und über Fraser Islands Fauna. Als wir an unserem letzten Stopp, Eli Creek – dem größte Bach der Insel, mit dem stündlich bis zu 4 Millionen Liter (!!!) Süßwasser in den Ozean fließen – ankamen und noch immer keinen Dingo gesehen hatten, war ich ein bisschen enttäuscht. Schließlich sind diese Hunde das Markenzeichen der Insel. Doch Cam, der wirklich beste Tourguide der Welt, ließ niemanden unzufrieden nach Hause gehen. Auf der Rückfahrt zur Fähre – erneut ging es den 75 Mile Beach entlang – rief er plötzlich „DINGO!“ und fuhr rechts ran und da schlich tatsächlich ein sandfarbener Hund am Rande Düne entlang, huschte um unseren Bus herum und verschwand zwischen den Bäumen. Ich war baff! ♡


Es grünt so grün... in Frasers Regenwald


Müde aber überglücklich setze Cam uns eine Stunde später vorm Hostel ab, wo wir nur noch Dinner kochten und uns – noch immer total begeistert – ins Bett fallen ließen. Dieser Ausflug war wirklich ein spektakuläres Erlebnis.

Mir gehen übrigens die Adjektive aus und ich fühl mich beim ständigen Synonymesuchen schon, wie eine dieser Personen, die Texte für Reisemagazine verfassen. Aber manche Plätze verdienen es einfach so hochgelobt zu werden. Wir können uns echt glücklich schätzen auf einem Planeten mit so wundervollen Orten leben zu dürfen!


Ein Abend an Rainbow Beach


Nun befinden wir uns bereits an Stopp 3: Hervey Bay. Doch davon erzähle ich euch das nächste mal, ihr Lieben!

Unbeschreibliche Grüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 8. Februar 2017

Stopp 1: Noosa

Wie im letzten Eintrag schon erwähnt, verbrachten wir unsere ersten Tage in Noosa. Darüber gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Wir verbrachten einen Tag im Nationalpark und zwei Tage am Strand, genossen die Natur, den Sonnenschein, die Wellen. Während meine Reisepartnerin schon diverse Male in Hostels geschlafen hatte, hatte ich nun zum ersten Mal die Möglichkeit, mich ans Backpackerleben zu gewöhnen. Du lebst mit Fremden aus aller Welt auf engstem Raum, teilst Badezimmer und Küche, schließt deine Wertsachen in Spinde und machst den ganzen Tag, was du willst. Eigentlich ganz nett und für die nächsten 8 Wochen hoffentlich gut auszuhalten. 🤗

Ohne weitere Worte zu verlieren, teile ich einfach ein paar Fotos, um euch einen Einblick in die wunderschönen Szenerien in und um Noosa zu geben! 












"Noosa ist eine elegante Ferienstadt mit einem atemberaubenden Landschaftsbild,
das sich aus Stränden mit kristallklarem Wasser und tropischen Regenwäldern zusammensetzt." 













Im nächsten Post werde ich euch dann vermutlich von Stopp Numero 2 berichten: Rainbow Beach, 120km weiter im Norden! Bis dahin...

Zauberhafte Grüße
Hanna 🐨

Dienstag, 7. Februar 2017

Reminiszenz

Hey ihr Lieben,

ja ich bin noch am Leben. Besser noch: Ich genieße mein Leben mehr denn je. Ganz blauäugig würde ich sogar behaupten, ich habe momentan die Zeit meines Lebens, obwohl das eventuell zu weit hergeholt ist, weil da ja – will ich doch hoffen – noch ein paar Jährchen vor mir liegen. Mit Gewissheit jedoch kann ich sagen, dass ich mich derzeit nicht beschweren kann. Ich hab es mir auf einem blau karierten Sofa auf der Veranda des Hostels gemütlich gemacht und durchstöbere auf meinem Handy die zahlreichen Fotos. Hier und da lösche ich eines, weil ich fünf Aufnahmen vom selben Motiv habe oder das Bild ohnehin verwackelt ist. Hin und wieder huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Dann lege ich das Handy auf meinen Bauch und starre einige Augenblicke land reglos an die Decke, an der ein kleiner Gecko entlang klettert. Meine Gedanken schweifen ab, zurück in ein vergangenes Erlebnis der letzten Monate.
Sie verirren sich nach Sydney, wo ich im Pullover durchs CBD schlendere, die Wolkenkratzer zähle und mich frage, wie viele Menschen hinter diesen Mauern wohl gerade mit einem Papierstau zu kämpfen haben. Sie bringen mich zurück zu Jake, der mir erklärt, dass Superman und Captain America am liebsten Apfelsaft trinken, Batman und Hulk jedoch Orangensaft bevorzugen. Dann bin ich auf einmal in Brisbane, sitze weinend auf dem Bett, weil ich noch keine Freunde gefunden habe, und als nächstes erscheinen da Menschen, die mich aufmuntern, willkommen heißen und zum Lachen bringen. Der Gecko über mir beginnt zu schnalzen und ich befinde mich wieder auf dem muffigen Sofa im Hostel.

Seit sechs Monaten schon befinde ich mich nun hier in Australien. Seit sechs Monaten schon bin ich in erster Linie auf mich allein gestellt, lerne neue Menschen kennen, besuche neue Plätze, organisiere mein Leben. Ich bin stolz auf mich. Ich bin stolz auf die Selbstständigkeit, die ich gewonnen habe, den Mut, den ich aufbringen musste, um hierher zu kommen, stolz auf die Entscheidungen, die ich getroffen habe. Ich bereue nichts. Dinge liefen schief. Ich musste Familien verlassen, weinte vor Heimweh, fühlte mich unerfahren, fehl am Platz. Doch diese negativen Eindrücke hielten nie lange an. Wenn eine Tür geschlossen wurde, öffnete Gott mir eine andere. Er nahm meine Hand und führte mich an einen neuen Ort, sandte mir neue Leute, die mir gut taten, zeigte mir, wie sehr Er mich liebt.


Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!
Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?
Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.
Jesaja 43, 18-19


Sein größtes Geschenk an mich waren die Menschen, die mich inspirierten und mir dabei halfen, Ihm näher zu kommen. Insbesondere in den letzten Wochen bemühte ich mich, jede freie Stunde mit diesen Leuten zu verbringen. Wir nennen das Quality Time – eine Sprache der Liebe nach Gary Chapman. (Sprachen der Liebe. Ein sehr interessantes Thema, aber darüber kann ich euch ein anderes Mal berichten…)
Wir verbrachten Zeit an der Gold Coast, spielten Basketball, fuhren Skateboard in der City, hatten spontane Übernachtungspartys, kochten gemeinsam, lachten bis der Bauch wehtat, gingen zu Gottesdiensten, machten Musik, spielten Karten bis 3 Uhr nachts, beteten, lebten. Wow! Egal, was wir taten, ich fühlte mich fantastisch, fühlte mich geliebt. Die letzten Wochen waren ein Segen und ich bin Gott so dankbar dafür!

Allerdings geht jede gute Geschichte einmal zu Ende und so kam es, dass ich Brisbane am Samstag verlassen habe. Ich habe sowohl die Eltern als auch die Kinder, mit denen ich den Januar verbrachte, sehr liebgewonnen, wurde Teil der Familie, und dennoch war mir bewusst, dass ich sie bald verlassen würde, dass diese Beziehung eben nur temporär war. Das habe ich akzeptiert und verstanden. Daher war es auch kein Problem, meiner Gastfamilie am Samstag Tschüss zu sagen.
Schwieriger fiel mir der Abschied von meinen Freunden. Kein Wunder, dass ich zu unserem letzten gemeinsamen Gottesdienst Rotz und Wasser heulte. Ich hab sie einfach so lieb und weiß, dass sie mich auch sehr wertschätzen. Das ist so ein schönes Gefühl. Am Samstagmorgen kamen sie sogar extra zur Bushaltestelle, um meine Reisepartnerin und mich zu verabschieden. Das ist tiefer als Freundschaft. Das ist Familie. Und ich bin so froh, dass ich noch ein letztes Wochenende im April in Brisbane mit ihnen verbringen werde, bevor ich zurück nach Deutschland fliege.


#familyinChrist


Doch davor genieße ich die kommenden acht Wochen. Es ist das letzte Kapitel meiner Australienzeit, das Kapitel, auf das ich im Prinzip die ganze Zeit drauf hingearbeitet hatte: Die Reise. Zwei wundervolle Monate werde ich mit der besten Reisepartnerin, die man sich vorstellen kann, zunächst die Ostküste und dann noch einen Teil des Südens Australiens erkunden. Das alles ist nur Dank ihres Organisationstalents zustande gekommen. Ich bin so glücklich, sie im August in Sydney kennengelernt zu haben, wo wir schon ganz geniale Sachen gemacht haben. Ehrlich, dieses Mädchen ist so ein Segen. Ich danke dir, A! ♡

Noch befinden wir uns an unserem ersten Stopp in Noosa, 150km weiter nördlich von Brisbane. Doch schon bald geht’s weiter. 
Mehr von Noosa und der weiteren Reiseplanung erzähle ich euch dann das nächste Mal, Freunde. An dieser Stelle möchte ich mich auch mal bei euch bedanken für die Zeit, die ihr euch nehmt, meinen Blog zu lesen und mich somit zu begleiten. Das bedeutet mir viel!
Seid behütet!

Aufbruchsgrüße

Hanna 🐨