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Montag, 9. Januar 2017

Monatsrückblick Dezember: Sydney, (M)eine Weihnachtsgeschichte und der Start in ein neues Jahr

Hey ihr Lieben! <3

Long time no see! Und ich werde keine Ausrede dranhängen. :D 
Doch ein weiterer Monat (ja, sogar ein Jahr) ist vergangen und euch steht wie immer ein kleiner Rückblick zu. In erster Linie jedoch werde ich von meinem Urlaub in Sydney berichten. Dort hatte ich eine wundervolle Zeit. Ich feierte Weihnachten und Silvester mit tollen Menschen, wohnte wieder bei Jake und Deeyaa, hatte die Chance, erneut meine Freunde zu treffen, und es war eine große Überraschung, dass ich für die kurze Zeit, die ich in Sydney war, tatsächlich einen Nebenjob gefunden hatte. Ich arbeitete als Fundraiser für Kids Hope Australia, verbrachte also einige Tage damit, Menschen zu überreden, lustige Rentier- später auch Neujahrshüte für einen guten Zweck zu kaufen. Das ist nicht der schönste Job, aber Hey!, ich bin dankbar, überhaupt etwas gefunden zu haben.

Heilig Abend war in erster Linie eine merkwürdige Erfahrung: Von 10 bis 15 Uhr arbeitete ich, d.h. ich stand mit meinen Rentierhüten vor einem Shopping Center und nervte sämtliche Anwesenden, sie sollen doch passend zu Weihnachten noch ein Geweih kaufen.

Auf den abendlichen Gottesdienst im Convention Centre, Hills Campus freute ich mich schon den ganzen Tag. Blöd nur, dass der riesige Saal, als ich eintraf, schon voll war, und ich somit im Hub – einem kleineren Nebengebäude – landete. Als ich den Saal betrat, war ich schon recht enttäuscht: Da bin ich am 24. Dezember in Sydney und habe es nicht mal ins CC geschafft (eine Live-Übertragung des Gottesdienstes hätte ich mir genauso gut in Brisbane angucken können) und plötzlich kam mir auch der Gedanke, wie schön es doch wäre, jetzt mit meiner Familie in der kleinen gemütlichen Kirche in Theißen zu sein, beim Krippenspiel mitzuwirken, O du fröhliche zu singen und anschließend mit meinen Eltern und meinem Bruder im Wohnzimmer zu sitzen, gemeinsam Abend zu essen und Geschenke auszupacken. Ich aber saß ganz alleine in einer Kirche in Sydney, 16 000 km entfernt von meiner Familie, und obwohl mich Hunderte von Menschen umgaben, fühlte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit richtig einsam. Da konnte ich nicht mehr und musste einfach weinen. 

Manchmal, wenn wir das Gefühl haben, ganz am Boden zu sein, schickt Gott uns einen Engel – einen Engel in Menschengestalt. Das ist in den meisten Fällen wohl auch viel praktischer als ein echter Engel Gottes. Der würde in einem rappelvollen Saal schon recht viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und müsste zuerst die ganze "Fürchtet euch nicht!"-Nummer abziehen, bevor er schließlich seine guten Neuigkeiten überbringen könnte. Nee, das hätte wohl alle Anwesenden überfordert. Da gab es eine bessere Möglichkeit.

Der Engel, den Gott mir an Heilig Abend vorbeischickte, als ich mich so sehr nach Zuhause sehnte, dass ich nicht aufhören konnte zu weinen – dieser Engel war eine junge Frau namens Annie, die zu mir kam und mich fragte, warum ich so traurig sei. 
Ich erzählte ihr, dass es mein erstes Weihnachten ohne meine Familie sei, dass ich alleine zur Kirche gekommen wäre, dass ich meine Freunde in Brisbane vermisste und momentan einfach Heimweh hätte. Annie hörte mir zu und erzählte mir anschließend, sie kenne das Gefühl, weil sie vor 14 Jahren von Amerika hierher gezogen sei. Zu ihrer allerersten australischen Weihnacht fühlte sie sich ganz genauso. Ihr Mitgefühl und die Einladung, ich könne mich mit zu ihr und ihrer Familie setzen, war ein riesiger Trost für mich. So konnte ich den Gottesdienst doch noch genießen und mich darauf konzentrieren, was Weihnachten – mal abgesehen von Coca-Cola, Geschenken und Kommerz – eigentlich ausmacht: Die Geburt Jesu und was das für uns Menschen bedeutet. Kurzer Abstecher in die Predigt: Wusstet ihr, dass Gott das Normale liebt? Er braucht keine Extravaganz, keine ausgefallenen Begebenheiten, um zu wirken. Nein, Gott liebt das Stinknormale sooo sehr, dass sein einziger Sohn in einem Stall geboren wurde von einer Frau aus Nazareth. (Nazareth war damals vielleicht in etwa so bedeutend wie Theißen. Ach, nicht mal. In Theißen gibt's wenigstens Globus...) Nazareth war klein und unbedeutend. Heute würden wir das vielleicht als Kuhdorf oder Kaff bezeichnen. Und trotzdem war Jesus bekannt als Jesus aus Nazareth. Der Sohn Gottes wurde geboren von einem stinknormalen Mädchen – ihr ist ein Engel erschienen – in einem stinknormalen (hier, ist stink wohl sogar wortwörtlich zu verstehen) Stall. Er wurde besucht von stinknormalen Hirten mit stinknormalen Schafen – auch ihnen ist zuvor ein Engel erschienen. Ist das nicht beruhigend? Wir müssen nicht aus der Masse herausstechen, um von Gott gesehen zu werden. Wir müssen nichts großartiges leisten, damit Gott uns einen Engel schickt. Nein, Gott kennt unsere Namen, jeden einzelnen von uns. Er kennt und liebt dich, auch wenn du stinknormal bist. :) Für Ihn bist du etwas ganz besonderes, sogar weil du stinknormal bist. Gott liebt das Durchschnittliche. Dafür gibt es noch etliche andere Beweise, doch hey ich bin nur die Pfarrerstochter. Da gibt's Menschen, die das wohl noch wesentlich besser erklären können. :D
Fakt ist, die Geburt Jesu verwandelte eine stinknormale Nacht in eine ganz besondere, so besonders, dass wir sie 2000 Jahre später noch feiern, weltweit, alt und jung, dick und dünn (naja, nach den Feiertagen wohl eher alle dick ...)


Nach der Predigt folgte das Krippenspiel. Das ist Zuhause übrigens andersrum... Die Gemeinde war schon recht beeindruckt, als Maria auf einem echten Esel in den Saal kam, die Schäfer zwei Lämmer mit sich führten und die drei Weisen zwei echte Dromedare. Wow. War ich froh, dass keines der Tiere in diesen aufregenden Minuten sein Geschäft verrichten musste. Lustig, im Convention Centre ist einem Dromedar nämlich genau das passiert, wie mir später erzählt wurde. 

Den 25. Dezember konnte ich schon wesentlich mehr genießen: Annie hatte mir für den Gottesdienst einen tollen Platz freigehalten und ich lernte einen freundlichen Hillsong-Studenten kennen. Den Nachmittag verbrachte ich mit Jake und Deeyaa – typisch australischer Weihnachtsfeiertag – im Pool. :) 

Auch die restlichen Dezembertage vergingen schnell und dann klopfte 2017 an. Silvester in Sydney ist schon eine sehr aufregende Erfahrung. Das riesige Feuerwerk an der Harbour Bridge ist weltbekannt und ich bin überglücklich, jene Nacht mit zwei Freundinnen aus Deutschland verbracht haben zu können. So startete ich zwar am anderen Ende der Welt ins neue Jahr, doch in gewisser Weise war ein kleiner Teil meiner Heimat bei mir. ♡ 

Und da sind wir nun: 2017! Ist das nicht cool? Ich weiß, dass sich viele Menschen auf dieses Jahr freuten, weil 2016 sich aufgrund zahlreicher Katastrophen und gestorbener Prominente insbesondere online sehr unbeliebt gemacht hat. Doch um ehrlich zu sein, ich habe 2016 geliebt! Ich wage sogar zu behaupten, es war das tollste Jahr meines bisherigen Lebens: Es begann mit zwei wundervollen Theaterpremieren, ging weiter mit meinem Schulabschluss (whooh-saa!!), einer genialen Zeit in Japan und Schwupps! befand ich mich in Australien! 3 Monate Sydney, 2 Monate Brisbane. Etliche wundervolle Ausflüge, Kennenlernen grandioser Menschen, Hillsong! ♡ 
Hey, mein Jahr war genial, doch das Beste ist: The best is yet to come! 2017, du bist dran!




Mein letzter Tag in Sydney: The beauty of Palm Beach.

Einen letzten Monat werde ich nun noch in Brisbane in meiner vierten und definitiv letzten Gastfamilie verbringen – diese Anzahl an Gastfamilien war ursprünglich nicht geplant, haha, aber ich bin froh darüber, wie alles gekommen ist, denn somit hatte ich die Chance viele fantastische Menschen zu treffen und jede Menge Erfahrung mit Kindern jeden Alters zu sammeln – und im Februar beginnt meine zweimonatige Reise. Die Zeit rast. Grund genug, jeden einzelnen Tag zu genießen! 

Ich hoffe, auch hier hattet wunderbare Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr! Das wird ein richtig cooles Jahr, versprochen! ♡

Neujahrsgrüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 30. November 2016

Monatsrückblick Oktober und November: Altes und Neues

Hi. 
Da bin ich wieder. Knapp einen Monat später. Ohne gute Ausrede. Ich weiß nicht, wo meine Muse zum Schreiben abgeblieben ist, aber vielleicht sollte ich sie nun einfach in den Kleiderschrank sperren, um sie zukünftig jederzeit parat zu haben...

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten im Oktober. Schließlich möchte ich mit diesem Beitrag gleich 2 Monate zusammenfassen. Das ist in der Tat eine Herausforderung, weil die Erinnerungen an meine letzten Erlebnisse in Sydney durch die lange Schreibpause und den Umzug bereits etwas verblasst sind. (Wie gut, dass du so einen ordentlichen Kalender führst, in dem du Vergangenes nachschlagen kannst, Hanna.) 
Diverse Ausflüge hatte ich noch gar nicht erwähnt, weshalb ich sie jetzt schnell zusammen fassen werde.

  • auf der Farm: Ich begleitete Jake und seine Mum auf eine (für europäische Verhältnisse nicht wirklich) alte Farm, wo wir ein (ebenfalls für Europäer nicht wirklich altes) Haus besichtigen, Pferde und Hühner füttern konnten. Bis heute ist es uns ein Rätsel, warum Jake sich vor den Hühner fürchtete, doch von den riesigen Pferden gar nicht genug bekommen konnte.
  • Au-pair-Treffen in Manly
  • Abstecher ins Australian Museum
  • Taronga Zoo Parade: Dieses Highlight fand am 15. Oktober in der City statt. Zehn bunt beleuchtete Tierskulpturen wurden dabei vom Hyde Park zum Opera House gezogen, um die Menschen auf vom Aussterben bedrohte Tiere aufmerksam zu machen. Eine wunderschöne Aktion! Tut euch einen Gefallen und schaut euch hier ein paar Bilder dazu an! ♡
  • Whale Watching am Darling Harbour: Das war ein fantastisches Erlebnis! Gemeinsam mit einer Freundin nahm ich an einer dreistündigen Tour durch die Gewässer vor Sydney teil, wo wir nach kurzer Zeit tatsächlich einige Buckelwale beobachten konnten. Wale sind wunderschön! Sie sind so riesig und wirken doch so friedlich. Bis zum nächsten Winter lassen sie sich nicht mehr in Küstennähe blicken. Nun ziehen sie durch die Ozeane bis im Mai die Whale Watching Saison von Neuem beginnt. Wer also in den kalten Monaten mal in Sydney ist, sollte sich dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen!




  • Opernvorstellung: Das war ein grandioser Freitagabend! Eine Freundin hatte von ihren Gasteltern zwei Karten für die Premiere von The Opera (The Eighth Wonder) geschenkt bekommen und mich mitgenommen. Dafür bin ich ihr noch heute unglaublich dankbar, denn diese open air Vorstellung  auf den Treppen zum Opernhaus selbst, die sich komplett um die Entstehung des Gebäudes und den dänischen Architekten Jørn Utzon drehte, war überwältigend! Wow! 

  • Coastal Walk: Mein letztes Sydneyhighlight war der Coogee to Bondi Beach Walk, zu dem mich eine Freundin überredete. Hätte ich vorher gewusst, wie unglaublich einzigartig und wunderschön all die Ufer sind, wäre gar keine Überredungskunst notwendig gewesen, denn trotz viel zu heißem Wetter haben sich diese 6km Fußmarsch wahrlich gelohnt! Noch nie zuvor, habe ich so hübsche Strände live gesehen. Wir bereuten es jedoch auch ein wenig, bei jenem strahlenden Sonnenschein keine Badesachen mitgenommen zu haben... 


Guckt euch diese wundervollen Bilderbuchaufnahmen an! Ich bin noch immer hin und weg. ♡

Über meinen Umzug hatte ich euch ja ein wenig auf dem Laufenden gehalten. Seit dem 1. November bin ich nun in Brisbane und obwohl der Anfang recht hart war, geht es mir inzwischen grandios! Das habe ich vor allem den lieben Menschen zu verdanken, die ich bei Hillsong kennenlernen durfte, meinen Freunden aus der UQ Connect Family. Seit ich mich regelmäßig mit ihnen treffe, mit ihnen zum Gottesdienst gehe, rede, lache, Lobpreis singe, bete – erlebt mein Glaube einen Aufschwung und mit ihm auch meine Lebensfreude, Energie und mein Optimismus. Das mag für den ein oder anderen vielleicht kitschig klingen, doch ich habe das Gefühl, endlich etwas erreicht zu haben, wonach ich mich seit Jahren gesehnt habe. Es ist, als sei ich endlich in meinem Glauben angekommen, und mehr noch: Ich weiß endlich, dass es einen Grund gab, warum alles so kommen musste, wie es kam und ich meine ehemalige Gastfamilie verlassen musste.



 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt. 
Sprüche 16,9 (LUT)



Wer die ein oder andere Hillsong Church schon betreten hat, wird vielleicht gemerkt haben, dass der Slogan WELCOME HOME ziemlich oft zu lesen und zu hören ist. Ich darf dieses Ankommen momentan tatsächlich erleben und das ist das Beste, was mir bisher in Down Under passiert ist. Andere Menschen verbinden Australien wohl mit dem Uluru, dem großen, roten Felsen im Outback, oder mit kuscheligen Koalas, so wie ich es bisher getan habe. Doch nun wird dieser Kontinent immer einen ganz besonderen, emotionalen Wert für mich haben. Ich habe ein zweites Zuhause... Um genau zu sein, habe ich inzwischen 3 Gastfamilien: Eine in Sydney, die ich schon jetzt vermisse, aber Ende Dezember endlich wieder besuchen werde, und zwei in Brisbane: bei der einen lebe ich, bei der anderen erlebe ich. Und ich liebe sie alle! 

Mit meinen Freunden aus der Gemeinde war ich inzwischen diverse Abende in der City unterwegs, was ganz cool ist, weil ich somit automatisch sowohl sie und als auch die Stadt besser kennenlernen kann. Vor zwei Wochen fuhren wir gemeinsam an die Gold Coast, um zu shoppen und den Abend in Surfers Paradise zu verbringen. Das war für mich der beste (und einzige) Ausflug seit langem! Eine wunderschöne Gegend (sehr touristisch allerdings). Ein sauberer Sandstrand. Acht junge Menschen. Eine Zugfahrt voller Worship-Gesang. Jede Menge Gelächter. Gemeinsames Abendessen. Was will man mehr? 

Eine happy Hanna vor der beeindruckenden Skyline von Surfers Paradise.

Wie gesagt, gab es noch keine weiteren wirklichen Ausflüge und dennoch habe ich auch mit kleinen Erlebnissen eine super Zeit hier in Brissy
  • Ich ging zum monatlichen Brisbane Au Pair Mingle bei Peterpans, das wir in der benachbarten Bar mit einem Flocktail – ich habe noch immer keine Ahnung, warum der Wodka-Ananas-Cocktail so genannt wurde – ausklingen ließen.
  • Es gibt hier 3 Mädels, mit denen ich mich wöchentlich zum Sport treffe, und darf jetzt stolz behaupten, einmal in meinem Leben 10km gejoggt zu sein!
  • Ich hatte endlich mein erstes typisch australisches Barbecue mit meiner Gastfamilie. (Sonne - Pool - Würstchen. Eine super Kombi!) 
Wenn dein Hintergarten aussieht wie ein Urlaubsresort...

Nun hoffe ich, dass dieser Post wenigstens zu einem kleinen Teil all die versäumten Berichte vergangener Wochen  wiedergut macht und euch einen Einblick in mein momentanes Dasein gibt. Wie schon so oft beende ich auch diesen Beitrag mit dem leeren Versprechen, in Zukunft mehr zu schreiben (na mal sehen...) und mit einem riesengroßen

D A N K E S C H Ö N !

an all die Menschen da draußen in Deutschland (und auch die in Australien, Peru und Kanada...), die ich meine Freunde nennen darf und die mich auf meiner Reise begleiten, obwohl sie soweit weg sind, die mit mir skypen, mir Nachrichten schreiben, Sprachmemos, Briefe und sogar Adventskalender (M.♡) schicken! Ich habe euch so super lieb und bin so dankbar, euch zu haben. Ohne euch wäre ich nicht hier, weil ich die Entfernung ohne eure Unterstützung niemals ertragen würde. Danke. Danke. Danke!

Dankbare Grüße
Hanna 🐨

Freitag, 14. Oktober 2016

"The nation's first musuem..."

Obwohl Australien im Vergleich zu Europa eine sehr junge Geschichte aufweist – abgesehen natürlich von der uralten, faszinierenden Kultur der Aborigines, die wohl mehr als 50 000 Jahre alt ist –, befindet sich auf diesem Kontinent das älteste naturhistorische Museum der Welt, das gleichzeitig das älteste Museum Australiens ist. Es wurde im Jahr 1827 gegründet.
http://australianmuseum.net.au/australian-museum-timeline

Genau dieses besuchte ich am Sonntag mit zwei weiteren Au-pairs, um mich ein bisschen schlau zu machen. Wir verzichteten auf eine extra Karte für die Ausstellung Wildlife Photographer of the Year – was uns kurz danach ein bisschen ärgerte, weil die Fotografien, die man von der Tür aus bereits sehen konnte, doch seeehr interessant aussehen – und gingen direkt in die erste Galerie, in der unglaublich viele Tierskelette ausgestellt sind. Diese waren echt spannend zu betrachten. Mir war vorher zum Beispiel nie bewusst, wie faszinierend das Knochengerüst einer Schildkröte ist und dass Schlangen ja auch Rippen haben. (Ja, man möge meinen Menschen mit Abi sollten so etwas wissen. Vielleicht wusste ich es auch mal. Aber die Biologie war nun mal nie eine gute Freundin von mir, weshalb ich es vorzog, meine Abiturprüfung in Geschichte zu schreiben... 😂
Des Weiteren waren in der Wild Planet Gallery über 400 Tiere ausgestellt. Als Kind fand ich ausgestopfte Tiere total cool und auch jetzt bin ich der Meinung, dass diese Eichhörnchen echt putzig aussahen. Inzwischen schreckt mich der Gedanke, dass diese Tiere mal gelebt haben und ihre Körper nun bis in alle Ewigkeit täglich von etlichen Besuchern angestarrt und bestaunt werden können, ein wenig ab. Natürlich ist das interessant und lehrreich und hey! was juckt's schon die toten Tiere, was mit ihrem Körper passiert? Es dient schließlich auch der Forschung und die sind sicherlich auch alle mehr oder weniger natürlich gestorben... Schön und gut. Wer freiwillig gerne Präparator werden und sowas vorbereiten will, soll das machen. Mich hingegen hat allein der Wikipedia-Artikel über Taxidermie (man möchte sich ja auch mal informieren) ein bisschen zum Schaudern gebracht.
(Mir fallen schon hier wieder mehr als fünf meiner Freunde ein, die sich beim Lesen mit der Hand an die Stirn fassen und "Oh Hanna..." denken. 
Ähm, sorry dafür.

Oh wie gut, dass ich nie vom Thema abkomme... 

Im nächsten Stock erwartete uns die Galerie Pacific Spirit, eine Ausstellung über verschiedene Stämme, die an den Meeresküsten lebten und leben. Wir bewunderten die Malaganmasken Papua-Neuguineas, die zu Ehren Verstorbener hergestellt und getragen werden; sahen allerlei geschnitzte Trommeln, Türen und Totems aus Samoa, Neuseeland und Vanuatu; lasen Volkssagen der Stämme und lernten einige ihrer Alltagsgegenstände, Waffen und Kunstwerke kennen. Das Ganze war echt eindrucksvoll, doch kann ich mich ungelogen an keine Namen oder Bezeichnungen mehr erinnern. Die dort gesprochenen Sprachen klingen einfach komplett anders. 

In der Ausstellung Surviving Australia lernten wir noch viel über Schlangen; den Tasmanischen Teufel und den Beuteldachs, der wohl eher unter dem Namen Bandicoot für gewissen Jump'n'Run-Videospiele bekannt ist; australische Megafauna und natürlich die gefährlichsten Tiere dieses Kontinents. Es gab eine Dinosaurierausstellung, deren Exponate bestimmt auch Jake gefallen hätten und jede Menge Vögel, Insekten und Steine, denen ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr so ganz widmete, weil ich langsam äußerst hungrig und müde wurde. 

Zum Glück machten wir uns bald auf den Weg in die Stadt, wo wir einen recht günstiges und doch sehr leckeres Thairestaurant fanden. Dort genossen wir verschiedene Reis- und Nudelgerichte und gönnten uns anschließend noch ein Eis bei Gelato Messina, einer unglaublich beliebten Eisdiele Sydneys. Das war tatsächlich super lecker! 

Pappsatt und etwas müde nahmen wir dann den Bus nach Hause. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, die einstündige Busfahrt in Gesellschaft zu verbringen – zum Glück leben die zwei Mädels in derselben Region wie ich – bisher musste ich mich die Zeit immer allein totschlagen. Nicht nur darum hoffe ich, bald wieder etwas mit diesen beiden zu unternehmen! ♥

Mehr oder weniger gebildete Grüße
Hanna 🐨

Montag, 10. Oktober 2016

Au-pairs in Manly

Einen Vorteil, den man hat, wenn man mit einer (guten) Au-pair-Agentur hierher kommt, ist, dass einem – neben Facebook – auch noch andere Möglichkeiten geboten werden, ganz schnell Freunde zu finden. Perfect Au Pairs Australia bietet monatlich ein Treffen in Manly an, zu dem ich auch schon an meinem allerersten Wochenende im August ging. Zum Septembertreffen bin ich aufgrund meiner Mittelohrentzündung nicht gekommen und so freute ich mich schon sehr auf das nächste Mal im Oktober.
Samstagmorgen machte ich mich also wieder auf den Weg nach Manly. Nach einer Stunde im Bus und 30 Minuten auf der Fähre schlenderte ich mit einer Freundin, die auch Interesse hatte, weitere Bekanntschaften zu machen, zum Treffpunkt, wo sich schon einige Au-pairs versammelt hatten. Die Zusammenkünfte finden im Peterpans Reisebüro statt, was echt eine gemütliche Location ist: Dort machen wir es uns immer auf Kissen in einer mit Kunstrasen ausgelegten Ecke des Raumes gemütlich. Auf einem kleinen Tisch stehen Kuchen, Obst, Saft und andere Knabbereien bereit und nach einiger Zeit wird auch Kaffee angeboten. Von zwei Dingen bin ich jedes Mal aufs Neue begeistert:
  1. Die Gastfreundschaft der Peterpans-Mitarbeiter – schließlich bezahlen wir ja gar nichts für das Zusammenkommen, erhalten sogar gratis Verpflegung und manchmal Gutscheine für Reisen. (Eine gute Werbung sind diese Treffen für das Reisebüro natürlich allemal, weil früher oder später jede von uns einen Blick in die zahlreichen Prospekte wirft und beginnt, Tagestrips zu planen, oder mit anderen darüber diskutiert, wo sie nach der Au-pair-Arbeit hinreisen möchte.)
  2. Die Gesprächigkeit und Offenheit aller anwesenden Au-pairs – man setzt sich einfach neben eine beliebige Person und befindet sich meist nach wenigen Augenblicken in einer netten Konversation, die meist damit endet, dass man Nummern austauscht oder sich auf Facebook Freundschaftsanfragen sendet.

Da es beim letzten Mal gar nicht so voll war – wir waren vielleicht zu zehnt – gab es teilweise Gespräche, an denen alle beteiligt waren. So erzählte bald jede ein wenig über ihre Ankunftszeit, die eigene Gastfamilie, den Umgang mit den Kindern und zukünftige Reisepläne, während alle anderen zuhörten, kommentierten, nachfragten. Beim Thema Gastfamilien fanden wir recht schnell Gemeinsamkeiten. So waren wir uns beispielsweise fast alle einig darüber, dass die meisten Kinder hier echt sehr verwöhnt werden und Massen an Spielzeug besitzen. Die meisten Au-pairs befürworten das Erziehungskonzept ihrer Gasteltern auch nicht komplett. Aber letztendlich ist es nicht unser Job, die Kinder irgendwie anders zu erziehen, und so lernen wir wenigstens, was wir später anders machen wollen. 
Achtung! Das soll nicht so klingen, als seien hier alle Eltern unfähig und wir befänden uns im Glauben, eines Tages perfekt Mütter zu werden. Oh nein, ich bin mir ziemlich sicher, auch wir werden später unsere Schwierigkeiten haben, die eigenen Kinder zu erziehen. Aber es ist doch von Vorteil, nun schon einmal für einige Monate gewisse Erziehungskonzepte hautnah kennenzulernen und zu reflektieren.




Gemeinsam verbrachten wir wieder einige Stunden. In so freundlicher Gesellschaft vergisst man auch super schnell die Zeit. Es war unser Hunger, den mich und meine Freundin A. dazu veranlasste, die Runde zu verlassen und ein Restaurant aufzusuchen. In der Moobar (eigentlich: Moo Gourmet Burgers), die sich im 2. Stock befindet, ließen wir uns auf der Terrasse mit Blick auf den Strand nieder und genossen ein recht spätes Mittagessen: Super leckere Burger (auch vegetarisch erhältlich) und  Süßkartoffelpommes.
Dort saßen wir eine halbe Ewigkeiten, futterten und beobachteten das Treiben am Strand – ein Surfkurs fand gerade statt (typisch Manly!) und einzelne Mutige gingen trotz Kälte baden. Nebenbei führten wir echte Frauengespräche und hätten uns mit Sicherheit noch stundenlang unterhalten können, wenn sie nicht zum Abendessen mit ihrer Gastfamilie verabredet gewesen wäre. Daher ließen wir uns auf der Fähre zurück bei ordentlich Seegang nochmal den Wind durch die Haare sausen und verabschiedeten uns am Circular Quay – nicht ohne zuvor unser nächstes Treffen vereinbart zu haben.

Nun freue ich mich schon auf zahlreiche Oktoberwochenendspläne und das nächste Perfect Au Pairs Treffen im November. Ohne diese lieben Mädels, die ich hier bereits kennenlernen konnte – sei es bei diesen Treffen, per Facebook oder über andere Au-pairs – ginge es mir hier, soweit entfernt von meinen Freunden in Deutschland, echt mies. Daher bin ich sehr dankbar für all die tollen Menschen, die ich bisher treffen konnte, und hoffe in den folgenden Monaten noch weitere Freundschaften schließen zu können.


Vorfreudige Grüße
Hanna 🐨

Samstag, 24. September 2016

Nass – Nasser – Sydney Jet Boat Ride

Diesmal lasse ich euch nicht eine ganze Woche auf den nächsten Blogeintrag warten. Diesmal kommt er sofort! 😉

Heute hatte ich mein bisher wohl extremstes Erlebnis. Meine norwegische Freundin fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr eine 30-minütige Jet Boat Tour durch den Sydney Harbour, Port Jackson, zu unternehmen. Natürlich hatte ich Lust darauf! Und so bestellte sie schon letzte Woche unsere Tickets, die es derzeit etwas günstiger gibt. 
Wir trafen uns nachmittags am Circular Quay. Dort mussten wir ganz hässliche, riesige, lila Kapuzencapes an- und unsere Schuhe ausziehen, sodass wir alle aussehen, als würden wir einer okkulten Sekte angehören. Wir bekamen Schwimmwesten für den Notfall, die Anweisung uns jederzeit gut festzuhalten und ein wenig später schon saßen wir mit ungefähr 20 weiteren Leuten jeden Alters im Jet Boat. 
Ich habe ja erwartet, dass ich bei dieser Tour etwas nass werde. Ich habe jedoch nicht erwartet, dass ich nach einer halben Stunde auf diesem Boot komplett von oben bis unten durchnässt sein würde! Haha! Es war famos! 
Zunächst verließen wir das dicht befahrene Gewässer vorm Opernhaus in gemäßigtem Tempo und plötzlich folgte mit Highspeed eine Drehung auf die nächste, sodass niemand trocken blieb. Wir schrien und johlten jedes Mal, wenn unser Guide das Boot in die Kurve legte und die aufkommenden Wellen alles und jeden durchnässten. Ich habe keine Ahnung, aus welchem Grund wir diese lila Capes tragen sollte. Die haben echt nichts gebracht. Dafür sahen alle sehr lustig aus. Wir genossen es, den Hafen Sydneys auf eine solch spektakuläre Art und Weise aus verschiedenen Winkeln kennenzulernen und das Salzwasser im Gesicht zu spüren (... und zu schmecken). Den ganzen Tag lang schien die Sonne. Heute durfte ich mal wieder erleben, was es heißt, richtig gute Laune zu haben und den Moment zu genießen. Die vollen 30 Minuten war ich mit Grinsen, Lachen, Kreischen oder Jubeln beschäftigt. Aus diesem Grund kann ich jedem, der mal nach Sydney kommt, diese Tour wärmstens empfehlen. Diese $39 haben sich voll und ganz gelohnt! 
Auch im Anschluss waren wir noch total gut gelaunt und aufgedreht, kauften uns Eis und sahen uns die Entfesslungsnummer eines Straßenkünstlers an. Dabei bemühten wir uns, in der Sonne zu stehen, in der Hoffnung, unsere Klamotten würden irgendwann trocknen. Leider ist es auch recht windig gewesen, sodass wir allmählich zu frieren begannen. So suchten wir Zuflucht im MCA. Das Museum of Contemporary Art kostet keinen Eintritt und bietet so jedem die Gelegenheit, zeitgenössische Kunst zu bestaunen. Ich bin wirklich schlecht darin, Kunstwerke zu interpretieren, insbesondere wenn es sich um solch moderne Dinge handelt. Daher bin ich am Überlegen, dieses Museum eines Tages noch einmal alleine zu besuchen, um mir mehr Zeit zum Betrachten und Bedenken der einzelnen Ausstellungsstücke zu nehmen. Insbesondere das Refugee Art Project hat mein Interesse geweckt. Doch über das MCA werde ich, falls ich tatsächlich ein zweites Mal hingehen werde, wann anders berichten. 
Der heutige Tag wird mir in erster Linie durch unseren grandiosen Jet Boat Ride in Erinnerung bleiben. Wow, bin ich froh, das erlebt zu haben! ♪

Durchnässte Grüße
Hanna 🐨

Freitag, 23. September 2016

Sydney von oben, Tiere von Nahem

Ein Besuch des Sydney Tower Eyes wurde mir von der vorherigen Au-pair meiner Gastfamile wärmstens empfohlen. Zum Glück war diese Attraktion ohnehin in dem Combo Ticket enthalten, welches ich mir vor zwei Wochen mit einer Freundin kaufte und das uns schon wundervolle Stunden in Madame Tussauds und im Sea Life verbringen ließ. Ich weiß noch, dass ich im Anschluss daran zweifelte, ob jener Sonntag überhaupt noch zu toppen sei. Doch der letzte Samstag hat dies tatsächlich geschafft. 
Der Hyde Park von oben.

Nach einem kurzen Film im 4D-Kino, der einem bereits einen tollen Blick auf Sydney ermöglichte, brachte uns ein Fahrstuhl binnen 45 Sekunden 250m nach oben auf das Indoor Observation Deck. Von dort aus hat man eine unglaubliche Aussicht: 80km weit kann man in jede Richtung schauen! Wir waren zutiefst beeindruckt. Diese Metropole ist von oben einfach wunderschön! Meine Begleitung erzählte mir, sie hätte bereits Paris und London von oben gesehen, aber beide Städte seien kein Vergleich zu Sydney. Das macht wohl das Wasser, welches in den zahlreichen Buchten friedlich vor sich hin schimmert. Einen Kontrast dazu bilden die gigantischen Hochhäuser, die wortwörtlich an den Wolken kratzen und neben den restlichen Gebäuden so mächtig aussehen. Und dazu kommen noch zahlreiche Grünflächen. Insbesondere der Hyde Park (dem ich unbedingt noch einen Besuch abstatten muss!) wirkt aus dieser Perspektive wie ein Kunstwerk. 


Ja, spätestens in dem Moment, als wir all das vom Observation Deck aus sahen, haben wir uns in diese Stadt verliebt. 





Schweren Herzens verließen wir die Aussichtsplattform wieder. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir dort oben vor uns hingeschwärmt und Fotos gemacht haben. Doch wir freuten uns auch schon auf den Wild Life Zoo. Zu Recht! 
Giftgrün, aber keineswegs giftig – der grüne Baumpython
Dieser recht kleine Tierpark mitten im Darling Harbour ist schlichtweg fantastisch! Vor einigen Wochen war ich ja schon im gigantischen Taronga-Zoo, der natürlich viel mehr Tiere zu bieten hat. Doch ich muss sagen: Der Wild Life Zoo hat mir, obwohl er nur australische Tiere beheimatet und weniger Attraktionen zu bieten hat, um einiges besser gefallen. Vielleicht ist genau das sogar der Grund dafür. Weil man genau weiß, dass man genug Zeit hat, alles zu sehen, lässt man sich gar nicht hetzen, wie es in großen Zoos manchmal der Fall ist. Man nimmt sich viel mehr Zeit für jedes einzelne Gehege und fürs Lesen der Infotexte. Ich wusste vorher zum Beispiel nicht, dass die erste Mahlzeit eines Koalababys Kot der eigenen Mutter ist. Das klingt echt eklig, ist aber wahr! Diese Substanz wird Pap genannt und die kleinen Koalas müssen es zu sich nehmen, um die Mikro-Organismen zu erhalten, die sie später zum Verdauen von Eukalyptusblättern benötigen. Verrückt, wie die Natur manchmal organisiert ist!
Die großen Krallen am Fuß machen
den Kasuar zum
gefährlichsten Vogel der Welt.
Es war auch das erste Mal, dass ich einem Kasuar (englisch: Cassowary) begegnete, dem gefährlichsten Vogel der Welt. (Soeben schaute ich nach, ob es diese Tiere auch im Taronga Zoo gibt. Gibt es, aber ich hatte ihn nicht entdeckt. Seht ihr, kleine Zoos sind viel besser! Haha!) Das Federkleid, diese interessante Kopfform und der Gang des Vogels erinnerten uns irgendwie an eine alte, reiche Dame, die erhobenen Hauptes mit eitlem Blick durch die Gegend schreitet und die andere kritisch beäugt. 😂
Neben supersüßen Kängurus sahen wir auch supersüße Koalas (sogar einen ganz Kleinen ♥) und ein supersüßes Wombat! Außerdem gab es Nachttiere mit riesigen Augen und richtig viele Schlangen, denen ich lieber nicht draußen begegnen möchte

Nach diesen zwei großartigen Erlebnissen bekamen wir ganz schön Hunger, den wir kurz darauf mit zwei super leckeren Pizzen am Darling Harbour stillten. Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch die City, sahen uns Chinatown an und machten uns nach einem grandiosen Tag auf den Heimweg.

Sonntag verbrachte ich Zuhause. Eigentlich wäre ich gerne zum abendlichen Gottesdienst gegangen, doch das schlechte Wetter – es schüttete aus Eimern und da wollte ich mich wirklich nicht zur Bushaltestelle kämpfen – hielt mich davon ab. Aus diesem Grund genoss ich einfach einen Faulenzer-Tag. Ich blieb im Bett, trank Tee, las ein wenig, hörte Musik, entspannte mich... Ab und zu genieße ich ein solches Dauernichtstun. Das sei jedem ab und zu gegönnt! ☕

Grandiose Grüße
Hanna 🐨

Freitag, 16. September 2016

Was glücklich macht – Schokolade und Musik




Schokolade ist Glück, das man essen kann.

Ursula Kohaupt


Letztes Wochenende fand in Sydney das Smooth Festival of Chocolate statt und ich bin sehr froh darüber, dabei gewesen zu sein. 
Ich beschloss erst recht spät dorthin zu gehen. Eigentlich hatte ich für Samstag lediglich das Konzert am Abend geplant, doch dann wollte ich mir ein Straßenfest, bei dem es einzig und allein um das wunderbarste Lebensmittel der Welt geht, nicht entgehen lassen! Mir hatten zwar einige Au-pairs angeboten, sich dort zu treffen, aber da ich weder wusste, wie lange ich bleiben wollte, noch wem ich hätte zusagen sollen, bin ich einfach alleine gegangen. Zudem finde ich es sehr angenehm, auch mal ein paar Stunden allein in der City zu verbringen und die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. 

So fuhr ich am Nachmittag mit dem Bus nach Sydney und schlenderte zum Hafenviertel The Rocks, wo ich zuvor noch gar nicht gewesen bin. Schon von weitem ließen sich Fahnen erkennen, die das Festgelände kennzeichneten, und nach weiteren Metern konnte ich auch schon die Stände sehen. Etliche weiße Zelte waren in den Straßen errichtet, alle mit Schildern beschriftet, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen ließen, "Choc Dipped Fruit", "The Cupcake Room", "Oh Fudge"... Nachdem ich die Namen all der angebotenen Köstlichkeiten gelesen habe, entschied ich mich dennoch für den Klassiker, holte mir mit Schokolade überzogenes Obst und setzte mich an den Hafen, während auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers das Dach des Opernhauses im Sonnenlicht glitzerte. Diese wunderschöne Aussicht, die süßen Früchte mit Schoki und Kokosraspeln und die Vorfreude auf das anstehende Konzert am Abend sorgten für einen fantastischen Glücksmoment. 
Nachdem ich meine Erdbeeren und die Banane aufgefuttert (und dabei meine Jeans natürlich total zugesaut hatte), beschloss ich zum Opernhaus zu gehen, um mir ein Programm für die kommenden Monate zu besorgen. Schließlich möchte ich auf jeden Fall noch ein Stück besuchen. 
Da ich mir jede Menge Zeit ließ, noch einige Minuten einem Straßenmusiker Ecke Pittstreet lauschte und in einem Reiseführer stöberte, war es allmählich spät geworden. Also holte ich mir beim Chocolate Festival eine Portion Dutch Pancakes zum Abendessen und stieg in den Zug Richtung New Town, wo ich mit einer deutschen Au-pair, die ich nur über Facebook kannte, zum Simple Plan Konzert verabredet war. Ich war bereits sehr aufgeregt, immerhin würde das mein erstes richtiges Konzert sein und dann handelte es sich auch noch um eine meiner beiden absoluten Lieblingsbands! Kein Wunder, dass sich jener Samstagabend zu einem meiner schönsten Erlebnisse bisher entwickelte. Wir sangen und tanzten, jubelten und lachten. Obwohl meine Ohren aufgrund meiner Erkältung noch immer ein wenig blockiert waren, mir Bier auf die Hose gekippt wurde und meine Füße auf dem Heimweg schmerzten, war es schlichtweg genial und ich werde noch laaaange von dieser Nacht schwärmen! 


(Einen Zusammenschnitt des Auftritts gibt's hier.)

Nach dieser Nacht schlief ich am Sonntag ein wenig länger. Doch das machte gar nichts, weil ich den Tag ganz gemütlich Zuhause verbrachte, lediglich abends zu Hillsong gehen wollte. Auch dort herrschte wieder super Stimmung, die Gemeinde tanzte und jubelte, und diesmal hat mir auch die Predigt besser gefallen. 😉


Zum Schluss noch was für die Ohren! ♫


Schokosüße Grüße
Hanna 🐨

Dienstag, 6. September 2016

Von Fischen und Promis.

In meinem letzten Post berichtete ich ja bereits von meinen zahlreichen Septemberwochenendsplänen. Dieser Monat ist deshalb so gut durchgeplant, weil ich mir mit einer Freundin den 5 Attraction Pass kaufte, eine sehr preiswerte Eintrittskarte für fünf Sensationen Sydneys. Diesen Sonntag waren das Sea Life Aquarium und Madame Tussauds an der Reihe.


Common Sydney Octopus
Meine Begleitung, eine deutsche Au-pair, mit der ich vor zwei Wochen auch schon den Color Run erlebte, und ich trafen uns im QVB, dem Queen Victoria Building, zum Mittagessen und Bummeln. Danach wurde es Zeit, zum Darling Harbour zu gehen, um das das Sea Life zu besichtigen. Es bietet eine Vielzahl an Aquarien mit Fischen aus aller Welt und allerlei Möglichkeiten, etwas über die Tiefen der Meere zu lernen: So hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben die Chance, eine Seegurke zu streicheln, was zugegebenermaßen nicht sonderlich beeindruckend klingt... War es auch nicht, nur etwas glitschig.
Am interessantesten waren die beiden Glastunnel: Neben und unter Seekühen, sogenannten Dugongs, langzulaufen, ist irgendwie süß, weil diese Tiere trotz ihrer massigen Körper sehr sanft wirken. Der Haitunnel hingegen war schon ein wenig beängstigend, obwohl Haie von unten echt witzig aussehen. (Leider war ich jedesmal zu langsam, ein Foto aus dieser Perspektive zu machen.) 

Umso mehr fotografiert wurde dann im Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds. Obwohl wir so einige der nachgebildeten Promis gar nicht kannten – es sind eben diverse australische Berühmtheiten dabei, von denen ich nie zuvor gehört hatte – hatten wir viel Freude daran, mit nahezu jeder einzelnen Figur Bilder zu machen. Wir begegneten Sängern und Schauspielern, Politikern und berühmten historischen Persönlichkeiten. Am spaßigsten war die Filmabteilung, in der sich einige Superhelden befanden. Das hätte mein Gastjunge Jake sicherlich auch genossen. Schließlich bestehen 80% seiner Spielzeuge aus Marvel- und DC-Actionfiguren.
Viel erzählen kann man über Madame Tussauds ansonsten allerdings nicht. Da lohnt es sich eher, ein paar Bilder anzusehen, oder einem der Wachsfigurenkabinette, die es heutzutage ja auf der ganzen Welt zu finden gibt, mal selbst einen Besuch abzustatten.


Madame Tussaud bei der Arbeit
Australischer geht's nicht:
Steve Irwin, der Crocodile Hunter,
† 4. September 2006

Chillen mit Cook






Nachdem wir drei Stunden zwischen all den Statuen verbracht hatten, knurrten unsere Mägen ganz schön und so genossen wir ein leckeres (und teures) Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants am Darling Harbour, bevor wir wieder nach Hause fuhren.






In den nächsten Wochen erwarten uns also noch 3 weitere Attraktionen Sydneys, aber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob diese unsere beiden bisherigen Besuche noch toppen können... Ich lasse mich überraschen! 


Sensationelle Grüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 24. August 2016

Am Ende des Regenbogens...

Auf letzten Sonntag hatte ich mich schon die ganze Woche lang gefreut, denn da fand der Color Run in Sydney statt. Dieses Event hatte mir bereits meine Vorgängerin empfohlen und dann fragte mich auch noch eine weitere Au-pair, ob ich nicht Lust hätte dorthin zu kommen. (Sie ist die Nachfolge-Au-pair einer Freundin meiner Vorgänger-Au-pair, aber ich kenne sie noch gar nicht persönlich.)
Die Tatsache, dass es sich dabei eigentlich um einen 5km-Lauf handelt, schreckte mich kurz ab (für alle, die es nicht wissen: ich bin in etwa so sportlich wie eine Kartoffel), aber dann erfuhr ich, dass die wenigsten Color Runner diese Strecke tatsächlich rennen. In erster Linie geht es bei diesem Event nämlich um Spaß, Freude und viele bunte Farben! Und das sagt mir auf jeden Fall zu! 

Wie in meinem letzten Post schon erwähnt, holte ich am Samstag im Winyard-Park mein Color Run Kit ab, welches ein weißes T-Shirt, ein Stirnband, zwei Klebetattoos, und meine Bibnummer enthielt. Zudem verschenkte ein Einhorn im Park bunte Hulaketten  ist das nicht cool? (Ich habe übrigens keine Ahnung, wer der Typ da im Hintergrund ist. Ich wurde, ohne es zu merken, gephotobombed...)

Am Sonntag stand ich seeehr früh auf, da ich bereits 7 Uhr nach Sydney fuhr. Schon im Bus begegneten mir zahlreiche Color Runner, was mir die Anreise um einiges erleichterte,  da ich somit nicht selbst nach einem Anschlussbus Richtung Centennial Park suchen, sondern einfach den anderen folgen musste.
Das Festivalgelände war riesig, jedoch sehr übersichtlich aufgebaut. Trotzdem war es nicht leicht, all die Au-pairs zu finden, mit denen ich verabredet war.  Das lag wohl auch daran, dass es etliche Teilnehmer gab, die auch noch alle dasselbe T-Shirt trugen. So war es mir trotz WhatsApp und GPS nur möglich eine von ihnen zu finden, eine Au-pair aus Deutschland, mit der ich mich aber auf Anhieb super verstanden habe. Für diese Begegnung bin ich wirklich sehr dankbar! Dennoch hoffe ich, auch bald die anderen Au-pairs bei einer weiteren Gelegenheit kennenzulernen. 

Zu zweit begaben wir uns also gegen 9.30 Uhr zum Start, wo sich unzählige Menschen sammelten und es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis auch wir den Lauf beginnen konnten. Damit sich kein Stau auf der Strecke bildet, darf nämlich immer nur eine gewisse Anzahl von Personen auf einmal starten. Als uns dies endlich gestattet war, spazierten wir von einem Color Tor zum nächsten, wo wir mit Farbpulver beworfen wurden. An diesen Stellen hatten wir auch echt Spaß und freuten uns über jeden Farbklecks, aber zwischendurch war es doch ein wenig langweilig. Zwar unterhielten wir uns, joggten auch mal ein Stück und lachten sehr viel, aber so eine richtige Feierlaune kam noch nicht auf. Doch nach dem Zeil wartete immerhin noch die Tanzfläche auf uns, dort würde sich das bestimmt noch ändern. Wie falsch wir damit lagen, sollten wir bald erfahren... 
Am Ziel angekommen, erhielten wir zwar eine Flasche Wasser und unsere Medaillen, aber nicht die uns versprochenen Farbbeutel, weil diese schon leer waren. Ach, was soll's. Auf der Tanzfläche wird sowieso weiter Farbpulver umher geworfen. Zuvor wollten wir nur schnell etwas essen. Oh, sagte ich schnell? Das stimmt so nicht ganz, denn es dauerte 90 Minuten bis wir endlich unsere Pommes bestellt und erhalten haben, die dann nicht mal so gut schmeckten. Doch das schlimmste war, dass in dieser Zeit der letzte DJ aufgelegt hatte, und als wir schließlich aufgegessen hatten, war die Fete schon vorbei und die meisten Menschen schon wieder gegangen. Kurz beklagten wir uns über das herausgeworfene Geld und unser blödes Timing, dann beschlossen wir, das Beste draus zu machen und nutzen die Gelegenheit für ein paar Fotos. Wann begegnet man schon einmal einer solch gigantischen Ananas? 


Zwar hatten wir es nicht geschafft, die anderen Au-pairs zu treffen, was echt schade war; wir hatten unsere Chance, auf die Tanzfläche zu gehen, verpasst; viel zu viel Geld für richtig eklig gewürzte Pommes bezahlt und am Abend schmerzten meine Füße vom langen Weg zum Bahnhof enormst, doch hatte ich irgendwie trotzdem einen sehr lustigen Tag in wunderbarer Gesellschaft. 
So ganz ist mir die Veranstaltung das viele Geld im Nachhinein zwar nicht wert gewesen, aber immerhin habe ich jetzt ein neues T-Shirt, ein Stirnband, das ich eh nie tragen werde, und ein Foto mit einem Einhorn. Und hey, wer kann das schon von sich behaupten?  
Sollte ich je wieder bei einem Color Run teilnehmen, weiß ich jetzt, dass es sich lohnt, früher loszulaufen, um genug Zeit für die Tanzfläche zu haben und einen der Farbbeutel zu ergattern... 😉

Wer mehr über das Event an sich erfahren möchte, kann ja mal einen Blick auf die offizielle Website werfen. Den Color Run gibt es übrigens auch in Deutschland!

Bunte Grüße
Hanna 🐨

Sonntag, 21. August 2016

Warum Spontaneität hier kein Problem für mich ist.

Nach fünf Tagen voller Hausarbeit und Kind bespaßen, freue ich mich immer auf das Wochenende, weil ich dann Zeit habe, andere Aupairs zu treffen und tolle Ausflüge zu machen. Auch diesen Samstag trieb es mich wieder nach Sydney. 

Am frühen Nachmittag holte ich mein Event Kit für den Color Run am Sonntag ab (Blogeintrag wird folgen) und war anschließend mit einer Freundin, eine Aupair aus Finnland, am Darling Harbour verabredet. Da sie sich jedoch schon am Tag zuvor ein wenig krank fühlte – darüber wusste ich auch Bescheid, hatte aber Hoffnung, dass sie am nächsten Tag fit sei –, sagte sie spontan ab, entschuldigte sich mehrfach und versprach, unsere Pläne nächste Woche nachzuholen. Ich war nicht sauer oder so, schließlich wusste ich ja schon zuvor, dass sie sich nicht sicher sei, ob sie käme. Trotzdem war ich ein bisschen enttäuscht, weil ich mich sehr auf das wöchentliche Feuerwerk samstags am Darling Harbour gefreut hatte und nun ganz allein in Sydney stand. Zum Glück gibt es diverse Facebook-Aupair-Gruppen und somit verabredete ich mich ganz spontan mit einer deutschen Aupair, die gerade in Bondi Junction shoppen war, wo sie später eine weitere Freundin treffen wollte. Also sprang ich geschwind in den nächsten Zug Richtung Bondi Junction. 
Wir aßen gemeinsam zu Mittag und irrten durch das riesige Westfield-Einkaufszentrum. Zu dritt spazierten wir dann durch Sydney, bis wir irgendwann gar keine Ahnung mehr hatten, wo wir waren. So setzten wir uns in ein Café, quatschten noch ein wenig und fuhren schließlich mit einem Bus zurück ins Zentrum, wo wir uns verabschiedeten.


spontan gefunden...


Der Tag verlief also ganz anders, als ich zu Beginn erwartet hatte, und trotzdem habe ich erneut einige wundervolle Stunden in Sydney verbracht, zwei richtig nette Mädchen kennengelernt und mit ihnen abwechslungsreiche, unterhaltsame Gespräche geführt. Ich war in Ecken von Sydney, die ich bestimmt sonst nie kennengelernt hätte und trank einen richtig leckeren Chai Latte! ☕ 😉 

Dieses Erlebnis machte mir noch mehr Mut, einfach mal ziellos aus dem Haus zu gehen und sich vom Tag überraschen zu lassen. Ich denke genau diese Abenteuerlust und Spontaneität sind vielen Menschen in der heutigen, stetig durchgeplanten Zeit schon verloren gegangen ist. Dabei kann es so schön sein, sich einfach mal vom Geschehen treiben zu lassen.

Spontane Grüße
Hanna 🐨

Donnerstag, 18. August 2016

Dienstag, 16. August 2016

"For The Wild!"

Das ist der Slogan des Taronga-Zoos, den ich am Sonntag mit einer Freundin besucht habe. Wir trafen uns mittags am Circular Quay, wo wir unsere Tickets kauften und die Fähre bestiegen, die uns geschwind zur Anlegestelle des Zoos brachte.
Dort sahen wir – wie es in großen Zoos eben oft der Fall ist – Tiere von allen Kontinenten der Erde. Am interessantesten war für uns aber natürlich die australische Ecke, die wir dummerweise zunächst verfehlt haben. (Ja, auf einem solch großen Gelände kann man sich trotz Karte schon mal verlaufen...) Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Wombats, die uns allerdings nur ihre Hintern präsentierten, Echidnas, die auf Deutsch auch liebevoll Schnabeligel genannt werden, einen tief und fest schlafenden Tasmanischen Teufel und Baumkängurus, die sich – wie der Name schon sagt – am liebsten einige Meter über der Erde aufhalten.
Auf dem gesamten Gelände laufen einem außerdem Truthähne über den Weg und zweimal wäre meiner Gefährtin beinahe ein Kookaburra ins Gesicht geflogen. Ja, im Taronga-Zoo kann man Australiens Fauna in der Tat hautnah erleben. 


Auch verschiedene Tiershows und kommentierte Fütterungen werden angeboten. Davon sahen wir uns jedoch keine an. Wirklich bedauern tue ich nur die verpatzte Chance, mich neben einem Koala fotografieren zu lassen. (Das war nämlich nur in einem bestimmten Zeitrahmen möglich, welchen wir leider verpasst haben.) Doch zum Glück habe ich noch einige Monate auf diesem wundervollen Kontinent vor mir. Mein Koalafoto  werde ich schon irgendwie bekommen! 

Kuschelige Grüße
Hanna 🐨