Montag, 10. Oktober 2016

Au-pairs in Manly

Einen Vorteil, den man hat, wenn man mit einer (guten) Au-pair-Agentur hierher kommt, ist, dass einem – neben Facebook – auch noch andere Möglichkeiten geboten werden, ganz schnell Freunde zu finden. Perfect Au Pairs Australia bietet monatlich ein Treffen in Manly an, zu dem ich auch schon an meinem allerersten Wochenende im August ging. Zum Septembertreffen bin ich aufgrund meiner Mittelohrentzündung nicht gekommen und so freute ich mich schon sehr auf das nächste Mal im Oktober.
Samstagmorgen machte ich mich also wieder auf den Weg nach Manly. Nach einer Stunde im Bus und 30 Minuten auf der Fähre schlenderte ich mit einer Freundin, die auch Interesse hatte, weitere Bekanntschaften zu machen, zum Treffpunkt, wo sich schon einige Au-pairs versammelt hatten. Die Zusammenkünfte finden im Peterpans Reisebüro statt, was echt eine gemütliche Location ist: Dort machen wir es uns immer auf Kissen in einer mit Kunstrasen ausgelegten Ecke des Raumes gemütlich. Auf einem kleinen Tisch stehen Kuchen, Obst, Saft und andere Knabbereien bereit und nach einiger Zeit wird auch Kaffee angeboten. Von zwei Dingen bin ich jedes Mal aufs Neue begeistert:
  1. Die Gastfreundschaft der Peterpans-Mitarbeiter – schließlich bezahlen wir ja gar nichts für das Zusammenkommen, erhalten sogar gratis Verpflegung und manchmal Gutscheine für Reisen. (Eine gute Werbung sind diese Treffen für das Reisebüro natürlich allemal, weil früher oder später jede von uns einen Blick in die zahlreichen Prospekte wirft und beginnt, Tagestrips zu planen, oder mit anderen darüber diskutiert, wo sie nach der Au-pair-Arbeit hinreisen möchte.)
  2. Die Gesprächigkeit und Offenheit aller anwesenden Au-pairs – man setzt sich einfach neben eine beliebige Person und befindet sich meist nach wenigen Augenblicken in einer netten Konversation, die meist damit endet, dass man Nummern austauscht oder sich auf Facebook Freundschaftsanfragen sendet.

Da es beim letzten Mal gar nicht so voll war – wir waren vielleicht zu zehnt – gab es teilweise Gespräche, an denen alle beteiligt waren. So erzählte bald jede ein wenig über ihre Ankunftszeit, die eigene Gastfamilie, den Umgang mit den Kindern und zukünftige Reisepläne, während alle anderen zuhörten, kommentierten, nachfragten. Beim Thema Gastfamilien fanden wir recht schnell Gemeinsamkeiten. So waren wir uns beispielsweise fast alle einig darüber, dass die meisten Kinder hier echt sehr verwöhnt werden und Massen an Spielzeug besitzen. Die meisten Au-pairs befürworten das Erziehungskonzept ihrer Gasteltern auch nicht komplett. Aber letztendlich ist es nicht unser Job, die Kinder irgendwie anders zu erziehen, und so lernen wir wenigstens, was wir später anders machen wollen. 
Achtung! Das soll nicht so klingen, als seien hier alle Eltern unfähig und wir befänden uns im Glauben, eines Tages perfekt Mütter zu werden. Oh nein, ich bin mir ziemlich sicher, auch wir werden später unsere Schwierigkeiten haben, die eigenen Kinder zu erziehen. Aber es ist doch von Vorteil, nun schon einmal für einige Monate gewisse Erziehungskonzepte hautnah kennenzulernen und zu reflektieren.




Gemeinsam verbrachten wir wieder einige Stunden. In so freundlicher Gesellschaft vergisst man auch super schnell die Zeit. Es war unser Hunger, den mich und meine Freundin A. dazu veranlasste, die Runde zu verlassen und ein Restaurant aufzusuchen. In der Moobar (eigentlich: Moo Gourmet Burgers), die sich im 2. Stock befindet, ließen wir uns auf der Terrasse mit Blick auf den Strand nieder und genossen ein recht spätes Mittagessen: Super leckere Burger (auch vegetarisch erhältlich) und  Süßkartoffelpommes.
Dort saßen wir eine halbe Ewigkeiten, futterten und beobachteten das Treiben am Strand – ein Surfkurs fand gerade statt (typisch Manly!) und einzelne Mutige gingen trotz Kälte baden. Nebenbei führten wir echte Frauengespräche und hätten uns mit Sicherheit noch stundenlang unterhalten können, wenn sie nicht zum Abendessen mit ihrer Gastfamilie verabredet gewesen wäre. Daher ließen wir uns auf der Fähre zurück bei ordentlich Seegang nochmal den Wind durch die Haare sausen und verabschiedeten uns am Circular Quay – nicht ohne zuvor unser nächstes Treffen vereinbart zu haben.

Nun freue ich mich schon auf zahlreiche Oktoberwochenendspläne und das nächste Perfect Au Pairs Treffen im November. Ohne diese lieben Mädels, die ich hier bereits kennenlernen konnte – sei es bei diesen Treffen, per Facebook oder über andere Au-pairs – ginge es mir hier, soweit entfernt von meinen Freunden in Deutschland, echt mies. Daher bin ich sehr dankbar für all die tollen Menschen, die ich bisher treffen konnte, und hoffe in den folgenden Monaten noch weitere Freundschaften schließen zu können.


Vorfreudige Grüße
Hanna 🐨