Obwohl Australien im Vergleich zu Europa eine sehr junge Geschichte aufweist – abgesehen natürlich von der uralten, faszinierenden Kultur der Aborigines, die wohl mehr als 50 000 Jahre alt ist –, befindet sich auf diesem Kontinent das älteste naturhistorische Museum der Welt, das gleichzeitig das älteste Museum Australiens ist. Es wurde im Jahr 1827 gegründet.
http://australianmuseum.net.au/australian-museum-timeline

Genau dieses besuchte ich am Sonntag mit zwei weiteren Au-pairs, um mich ein bisschen schlau zu machen. Wir verzichteten auf eine extra Karte für die Ausstellung Wildlife Photographer of the Year – was uns kurz danach ein bisschen ärgerte, weil die Fotografien, die man von der Tür aus bereits sehen konnte, doch seeehr interessant aussehen – und gingen direkt in die erste Galerie, in der unglaublich viele Tierskelette ausgestellt sind. Diese waren echt spannend zu betrachten. Mir war vorher zum Beispiel nie bewusst, wie faszinierend das Knochengerüst einer Schildkröte ist und dass Schlangen ja auch Rippen haben. (Ja, man möge meinen Menschen mit Abi sollten so etwas wissen. Vielleicht wusste ich es auch mal. Aber die Biologie war nun mal nie eine gute Freundin von mir, weshalb ich es vorzog, meine Abiturprüfung in Geschichte zu schreiben... 😂)
Des Weiteren waren in der Wild Planet Gallery über 400 Tiere ausgestellt. Als Kind fand ich ausgestopfte Tiere total cool und auch jetzt bin ich der Meinung, dass diese Eichhörnchen echt putzig aussahen. Inzwischen schreckt mich der Gedanke, dass diese Tiere mal gelebt haben und ihre Körper nun bis in alle Ewigkeit täglich von etlichen Besuchern angestarrt und bestaunt werden können, ein wenig ab. Natürlich ist das interessant und lehrreich und hey! was juckt's schon die toten Tiere, was mit ihrem Körper passiert? Es dient schließlich auch der Forschung und die sind sicherlich auch alle mehr oder weniger natürlich gestorben... Schön und gut. Wer freiwillig gerne Präparator werden und sowas vorbereiten will, soll das machen. Mich hingegen hat allein der Wikipedia-Artikel über Taxidermie (man möchte sich ja auch mal informieren) ein bisschen zum Schaudern gebracht.
(Mir fallen schon hier wieder mehr als fünf meiner Freunde ein, die sich beim Lesen mit der Hand an die Stirn fassen und "Oh Hanna..." denken. Ähm, sorry dafür.)
(Mir fallen schon hier wieder mehr als fünf meiner Freunde ein, die sich beim Lesen mit der Hand an die Stirn fassen und "Oh Hanna..." denken. Ähm, sorry dafür.)
Oh wie gut, dass ich nie vom Thema abkomme...
Im nächsten Stock erwartete uns die Galerie Pacific Spirit, eine Ausstellung über verschiedene Stämme, die an den Meeresküsten lebten und leben. Wir bewunderten die Malaganmasken Papua-Neuguineas, die zu Ehren Verstorbener hergestellt und getragen werden; sahen allerlei geschnitzte Trommeln, Türen und Totems aus Samoa, Neuseeland und Vanuatu; lasen Volkssagen der Stämme und lernten einige ihrer Alltagsgegenstände, Waffen und Kunstwerke kennen. Das Ganze war echt eindrucksvoll, doch kann ich mich ungelogen an keine Namen oder Bezeichnungen mehr erinnern. Die dort gesprochenen Sprachen klingen einfach komplett anders. In der Ausstellung Surviving Australia lernten wir noch viel über Schlangen; den Tasmanischen Teufel und den Beuteldachs, der wohl eher unter dem Namen Bandicoot für gewissen Jump'n'Run-Videospiele bekannt ist; australische Megafauna und natürlich die gefährlichsten Tiere dieses Kontinents. Es gab eine Dinosaurierausstellung, deren Exponate bestimmt auch Jake gefallen hätten und jede Menge Vögel, Insekten und Steine, denen ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr so ganz widmete, weil ich langsam äußerst hungrig und müde wurde.
Zum Glück machten wir uns bald auf den Weg in die Stadt, wo wir einen recht günstiges und doch sehr leckeres Thairestaurant fanden. Dort genossen wir verschiedene Reis- und Nudelgerichte und gönnten uns anschließend noch ein Eis bei Gelato Messina, einer unglaublich beliebten Eisdiele Sydneys. Das war tatsächlich super lecker!
Pappsatt und etwas müde nahmen wir dann den Bus nach Hause. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, die einstündige Busfahrt in Gesellschaft zu verbringen – zum Glück leben die zwei Mädels in derselben Region wie ich – bisher musste ich mich die Zeit immer allein totschlagen. Nicht nur darum hoffe ich, bald wieder etwas mit diesen beiden zu unternehmen! ♥
Mehr oder weniger gebildete Grüße
Hanna 🐨