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Montag, 9. Januar 2017

Monatsrückblick Dezember: Sydney, (M)eine Weihnachtsgeschichte und der Start in ein neues Jahr

Hey ihr Lieben! <3

Long time no see! Und ich werde keine Ausrede dranhängen. :D 
Doch ein weiterer Monat (ja, sogar ein Jahr) ist vergangen und euch steht wie immer ein kleiner Rückblick zu. In erster Linie jedoch werde ich von meinem Urlaub in Sydney berichten. Dort hatte ich eine wundervolle Zeit. Ich feierte Weihnachten und Silvester mit tollen Menschen, wohnte wieder bei Jake und Deeyaa, hatte die Chance, erneut meine Freunde zu treffen, und es war eine große Überraschung, dass ich für die kurze Zeit, die ich in Sydney war, tatsächlich einen Nebenjob gefunden hatte. Ich arbeitete als Fundraiser für Kids Hope Australia, verbrachte also einige Tage damit, Menschen zu überreden, lustige Rentier- später auch Neujahrshüte für einen guten Zweck zu kaufen. Das ist nicht der schönste Job, aber Hey!, ich bin dankbar, überhaupt etwas gefunden zu haben.

Heilig Abend war in erster Linie eine merkwürdige Erfahrung: Von 10 bis 15 Uhr arbeitete ich, d.h. ich stand mit meinen Rentierhüten vor einem Shopping Center und nervte sämtliche Anwesenden, sie sollen doch passend zu Weihnachten noch ein Geweih kaufen.

Auf den abendlichen Gottesdienst im Convention Centre, Hills Campus freute ich mich schon den ganzen Tag. Blöd nur, dass der riesige Saal, als ich eintraf, schon voll war, und ich somit im Hub – einem kleineren Nebengebäude – landete. Als ich den Saal betrat, war ich schon recht enttäuscht: Da bin ich am 24. Dezember in Sydney und habe es nicht mal ins CC geschafft (eine Live-Übertragung des Gottesdienstes hätte ich mir genauso gut in Brisbane angucken können) und plötzlich kam mir auch der Gedanke, wie schön es doch wäre, jetzt mit meiner Familie in der kleinen gemütlichen Kirche in Theißen zu sein, beim Krippenspiel mitzuwirken, O du fröhliche zu singen und anschließend mit meinen Eltern und meinem Bruder im Wohnzimmer zu sitzen, gemeinsam Abend zu essen und Geschenke auszupacken. Ich aber saß ganz alleine in einer Kirche in Sydney, 16 000 km entfernt von meiner Familie, und obwohl mich Hunderte von Menschen umgaben, fühlte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit richtig einsam. Da konnte ich nicht mehr und musste einfach weinen. 

Manchmal, wenn wir das Gefühl haben, ganz am Boden zu sein, schickt Gott uns einen Engel – einen Engel in Menschengestalt. Das ist in den meisten Fällen wohl auch viel praktischer als ein echter Engel Gottes. Der würde in einem rappelvollen Saal schon recht viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und müsste zuerst die ganze "Fürchtet euch nicht!"-Nummer abziehen, bevor er schließlich seine guten Neuigkeiten überbringen könnte. Nee, das hätte wohl alle Anwesenden überfordert. Da gab es eine bessere Möglichkeit.

Der Engel, den Gott mir an Heilig Abend vorbeischickte, als ich mich so sehr nach Zuhause sehnte, dass ich nicht aufhören konnte zu weinen – dieser Engel war eine junge Frau namens Annie, die zu mir kam und mich fragte, warum ich so traurig sei. 
Ich erzählte ihr, dass es mein erstes Weihnachten ohne meine Familie sei, dass ich alleine zur Kirche gekommen wäre, dass ich meine Freunde in Brisbane vermisste und momentan einfach Heimweh hätte. Annie hörte mir zu und erzählte mir anschließend, sie kenne das Gefühl, weil sie vor 14 Jahren von Amerika hierher gezogen sei. Zu ihrer allerersten australischen Weihnacht fühlte sie sich ganz genauso. Ihr Mitgefühl und die Einladung, ich könne mich mit zu ihr und ihrer Familie setzen, war ein riesiger Trost für mich. So konnte ich den Gottesdienst doch noch genießen und mich darauf konzentrieren, was Weihnachten – mal abgesehen von Coca-Cola, Geschenken und Kommerz – eigentlich ausmacht: Die Geburt Jesu und was das für uns Menschen bedeutet. Kurzer Abstecher in die Predigt: Wusstet ihr, dass Gott das Normale liebt? Er braucht keine Extravaganz, keine ausgefallenen Begebenheiten, um zu wirken. Nein, Gott liebt das Stinknormale sooo sehr, dass sein einziger Sohn in einem Stall geboren wurde von einer Frau aus Nazareth. (Nazareth war damals vielleicht in etwa so bedeutend wie Theißen. Ach, nicht mal. In Theißen gibt's wenigstens Globus...) Nazareth war klein und unbedeutend. Heute würden wir das vielleicht als Kuhdorf oder Kaff bezeichnen. Und trotzdem war Jesus bekannt als Jesus aus Nazareth. Der Sohn Gottes wurde geboren von einem stinknormalen Mädchen – ihr ist ein Engel erschienen – in einem stinknormalen (hier, ist stink wohl sogar wortwörtlich zu verstehen) Stall. Er wurde besucht von stinknormalen Hirten mit stinknormalen Schafen – auch ihnen ist zuvor ein Engel erschienen. Ist das nicht beruhigend? Wir müssen nicht aus der Masse herausstechen, um von Gott gesehen zu werden. Wir müssen nichts großartiges leisten, damit Gott uns einen Engel schickt. Nein, Gott kennt unsere Namen, jeden einzelnen von uns. Er kennt und liebt dich, auch wenn du stinknormal bist. :) Für Ihn bist du etwas ganz besonderes, sogar weil du stinknormal bist. Gott liebt das Durchschnittliche. Dafür gibt es noch etliche andere Beweise, doch hey ich bin nur die Pfarrerstochter. Da gibt's Menschen, die das wohl noch wesentlich besser erklären können. :D
Fakt ist, die Geburt Jesu verwandelte eine stinknormale Nacht in eine ganz besondere, so besonders, dass wir sie 2000 Jahre später noch feiern, weltweit, alt und jung, dick und dünn (naja, nach den Feiertagen wohl eher alle dick ...)


Nach der Predigt folgte das Krippenspiel. Das ist Zuhause übrigens andersrum... Die Gemeinde war schon recht beeindruckt, als Maria auf einem echten Esel in den Saal kam, die Schäfer zwei Lämmer mit sich führten und die drei Weisen zwei echte Dromedare. Wow. War ich froh, dass keines der Tiere in diesen aufregenden Minuten sein Geschäft verrichten musste. Lustig, im Convention Centre ist einem Dromedar nämlich genau das passiert, wie mir später erzählt wurde. 

Den 25. Dezember konnte ich schon wesentlich mehr genießen: Annie hatte mir für den Gottesdienst einen tollen Platz freigehalten und ich lernte einen freundlichen Hillsong-Studenten kennen. Den Nachmittag verbrachte ich mit Jake und Deeyaa – typisch australischer Weihnachtsfeiertag – im Pool. :) 

Auch die restlichen Dezembertage vergingen schnell und dann klopfte 2017 an. Silvester in Sydney ist schon eine sehr aufregende Erfahrung. Das riesige Feuerwerk an der Harbour Bridge ist weltbekannt und ich bin überglücklich, jene Nacht mit zwei Freundinnen aus Deutschland verbracht haben zu können. So startete ich zwar am anderen Ende der Welt ins neue Jahr, doch in gewisser Weise war ein kleiner Teil meiner Heimat bei mir. ♡ 

Und da sind wir nun: 2017! Ist das nicht cool? Ich weiß, dass sich viele Menschen auf dieses Jahr freuten, weil 2016 sich aufgrund zahlreicher Katastrophen und gestorbener Prominente insbesondere online sehr unbeliebt gemacht hat. Doch um ehrlich zu sein, ich habe 2016 geliebt! Ich wage sogar zu behaupten, es war das tollste Jahr meines bisherigen Lebens: Es begann mit zwei wundervollen Theaterpremieren, ging weiter mit meinem Schulabschluss (whooh-saa!!), einer genialen Zeit in Japan und Schwupps! befand ich mich in Australien! 3 Monate Sydney, 2 Monate Brisbane. Etliche wundervolle Ausflüge, Kennenlernen grandioser Menschen, Hillsong! ♡ 
Hey, mein Jahr war genial, doch das Beste ist: The best is yet to come! 2017, du bist dran!




Mein letzter Tag in Sydney: The beauty of Palm Beach.

Einen letzten Monat werde ich nun noch in Brisbane in meiner vierten und definitiv letzten Gastfamilie verbringen – diese Anzahl an Gastfamilien war ursprünglich nicht geplant, haha, aber ich bin froh darüber, wie alles gekommen ist, denn somit hatte ich die Chance viele fantastische Menschen zu treffen und jede Menge Erfahrung mit Kindern jeden Alters zu sammeln – und im Februar beginnt meine zweimonatige Reise. Die Zeit rast. Grund genug, jeden einzelnen Tag zu genießen! 

Ich hoffe, auch hier hattet wunderbare Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr! Das wird ein richtig cooles Jahr, versprochen! ♡

Neujahrsgrüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 30. November 2016

Monatsrückblick Oktober und November: Altes und Neues

Hi. 
Da bin ich wieder. Knapp einen Monat später. Ohne gute Ausrede. Ich weiß nicht, wo meine Muse zum Schreiben abgeblieben ist, aber vielleicht sollte ich sie nun einfach in den Kleiderschrank sperren, um sie zukünftig jederzeit parat zu haben...

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten im Oktober. Schließlich möchte ich mit diesem Beitrag gleich 2 Monate zusammenfassen. Das ist in der Tat eine Herausforderung, weil die Erinnerungen an meine letzten Erlebnisse in Sydney durch die lange Schreibpause und den Umzug bereits etwas verblasst sind. (Wie gut, dass du so einen ordentlichen Kalender führst, in dem du Vergangenes nachschlagen kannst, Hanna.) 
Diverse Ausflüge hatte ich noch gar nicht erwähnt, weshalb ich sie jetzt schnell zusammen fassen werde.

  • auf der Farm: Ich begleitete Jake und seine Mum auf eine (für europäische Verhältnisse nicht wirklich) alte Farm, wo wir ein (ebenfalls für Europäer nicht wirklich altes) Haus besichtigen, Pferde und Hühner füttern konnten. Bis heute ist es uns ein Rätsel, warum Jake sich vor den Hühner fürchtete, doch von den riesigen Pferden gar nicht genug bekommen konnte.
  • Au-pair-Treffen in Manly
  • Abstecher ins Australian Museum
  • Taronga Zoo Parade: Dieses Highlight fand am 15. Oktober in der City statt. Zehn bunt beleuchtete Tierskulpturen wurden dabei vom Hyde Park zum Opera House gezogen, um die Menschen auf vom Aussterben bedrohte Tiere aufmerksam zu machen. Eine wunderschöne Aktion! Tut euch einen Gefallen und schaut euch hier ein paar Bilder dazu an! ♡
  • Whale Watching am Darling Harbour: Das war ein fantastisches Erlebnis! Gemeinsam mit einer Freundin nahm ich an einer dreistündigen Tour durch die Gewässer vor Sydney teil, wo wir nach kurzer Zeit tatsächlich einige Buckelwale beobachten konnten. Wale sind wunderschön! Sie sind so riesig und wirken doch so friedlich. Bis zum nächsten Winter lassen sie sich nicht mehr in Küstennähe blicken. Nun ziehen sie durch die Ozeane bis im Mai die Whale Watching Saison von Neuem beginnt. Wer also in den kalten Monaten mal in Sydney ist, sollte sich dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen!




  • Opernvorstellung: Das war ein grandioser Freitagabend! Eine Freundin hatte von ihren Gasteltern zwei Karten für die Premiere von The Opera (The Eighth Wonder) geschenkt bekommen und mich mitgenommen. Dafür bin ich ihr noch heute unglaublich dankbar, denn diese open air Vorstellung  auf den Treppen zum Opernhaus selbst, die sich komplett um die Entstehung des Gebäudes und den dänischen Architekten Jørn Utzon drehte, war überwältigend! Wow! 

  • Coastal Walk: Mein letztes Sydneyhighlight war der Coogee to Bondi Beach Walk, zu dem mich eine Freundin überredete. Hätte ich vorher gewusst, wie unglaublich einzigartig und wunderschön all die Ufer sind, wäre gar keine Überredungskunst notwendig gewesen, denn trotz viel zu heißem Wetter haben sich diese 6km Fußmarsch wahrlich gelohnt! Noch nie zuvor, habe ich so hübsche Strände live gesehen. Wir bereuten es jedoch auch ein wenig, bei jenem strahlenden Sonnenschein keine Badesachen mitgenommen zu haben... 


Guckt euch diese wundervollen Bilderbuchaufnahmen an! Ich bin noch immer hin und weg. ♡

Über meinen Umzug hatte ich euch ja ein wenig auf dem Laufenden gehalten. Seit dem 1. November bin ich nun in Brisbane und obwohl der Anfang recht hart war, geht es mir inzwischen grandios! Das habe ich vor allem den lieben Menschen zu verdanken, die ich bei Hillsong kennenlernen durfte, meinen Freunden aus der UQ Connect Family. Seit ich mich regelmäßig mit ihnen treffe, mit ihnen zum Gottesdienst gehe, rede, lache, Lobpreis singe, bete – erlebt mein Glaube einen Aufschwung und mit ihm auch meine Lebensfreude, Energie und mein Optimismus. Das mag für den ein oder anderen vielleicht kitschig klingen, doch ich habe das Gefühl, endlich etwas erreicht zu haben, wonach ich mich seit Jahren gesehnt habe. Es ist, als sei ich endlich in meinem Glauben angekommen, und mehr noch: Ich weiß endlich, dass es einen Grund gab, warum alles so kommen musste, wie es kam und ich meine ehemalige Gastfamilie verlassen musste.



 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt. 
Sprüche 16,9 (LUT)



Wer die ein oder andere Hillsong Church schon betreten hat, wird vielleicht gemerkt haben, dass der Slogan WELCOME HOME ziemlich oft zu lesen und zu hören ist. Ich darf dieses Ankommen momentan tatsächlich erleben und das ist das Beste, was mir bisher in Down Under passiert ist. Andere Menschen verbinden Australien wohl mit dem Uluru, dem großen, roten Felsen im Outback, oder mit kuscheligen Koalas, so wie ich es bisher getan habe. Doch nun wird dieser Kontinent immer einen ganz besonderen, emotionalen Wert für mich haben. Ich habe ein zweites Zuhause... Um genau zu sein, habe ich inzwischen 3 Gastfamilien: Eine in Sydney, die ich schon jetzt vermisse, aber Ende Dezember endlich wieder besuchen werde, und zwei in Brisbane: bei der einen lebe ich, bei der anderen erlebe ich. Und ich liebe sie alle! ♡

Mit meinen Freunden aus der Gemeinde war ich inzwischen diverse Abende in der City unterwegs, was ganz cool ist, weil ich somit automatisch sowohl sie und als auch die Stadt besser kennenlernen kann. Vor zwei Wochen fuhren wir gemeinsam an die Gold Coast, um zu shoppen und den Abend in Surfers Paradise zu verbringen. Das war für mich der beste (und einzige) Ausflug seit langem! Eine wunderschöne Gegend (sehr touristisch allerdings). Ein sauberer Sandstrand. Acht junge Menschen. Eine Zugfahrt voller Worship-Gesang. Jede Menge Gelächter. Gemeinsames Abendessen. Was will man mehr? 

Eine happy Hanna vor der beeindruckenden Skyline von Surfers Paradise.

Wie gesagt, gab es noch keine weiteren wirklichen Ausflüge und dennoch habe ich auch mit kleinen Erlebnissen eine super Zeit hier in Brissy! 
  • Ich ging zum monatlichen Brisbane Au Pair Mingle bei Peterpans, das wir in der benachbarten Bar mit einem Flocktail – ich habe noch immer keine Ahnung, warum der Wodka-Ananas-Cocktail so genannt wurde – ausklingen ließen.
  • Es gibt hier 3 Mädels, mit denen ich mich wöchentlich zum Sport treffe, und darf jetzt stolz behaupten, einmal in meinem Leben 10km gejoggt zu sein!
  • Ich hatte endlich mein erstes typisch australisches Barbecue mit meiner Gastfamilie. (Sonne - Pool - Würstchen. Eine super Kombi!) 
Wenn dein Hintergarten aussieht wie ein Urlaubsresort...

Nun hoffe ich, dass dieser Post wenigstens zu einem kleinen Teil all die versäumten Berichte vergangener Wochen  wiedergut macht und euch einen Einblick in mein momentanes Dasein gibt. Wie schon so oft beende ich auch diesen Beitrag mit dem leeren Versprechen, in Zukunft mehr zu schreiben (na mal sehen...) und mit einem riesengroßen

D A N K E S C H Ö N !

an all die Menschen da draußen in Deutschland (und auch die in Australien, Peru und Kanada...), die ich meine Freunde nennen darf und die mich auf meiner Reise begleiten, obwohl sie soweit weg sind, die mit mir skypen, mir Nachrichten schreiben, Sprachmemos, Briefe und sogar Adventskalender (M.♡) schicken! Ich habe euch so super lieb und bin so dankbar, euch zu haben. Ohne euch wäre ich nicht hier, weil ich die Entfernung ohne eure Unterstützung niemals ertragen würde. Danke. Danke. Danke!

Dankbare Grüße
Hanna 🐨

Mittwoch, 2. November 2016

Hey ihr Lieben, 

ich möchte allen Neugierigen nur kurz versichern, dass ich gut in Brisbane angekommen bin. Flug und Abholung vom Flughafen waren einwandfrei verlaufen. Auch wenn mir der Abschied von Jake und seiner Mama ehrlich nicht so leicht fiel, fühle ich mich inzwischen wieder sehr gut.  
Momentan zeigt mir B., die bisherige Au-pair, mit der ich mich übrigens bestens verstehe, ihre Routine, sodass ich, wenn sie uns am Freitag verlässt, um zu reisen, ihren Job problemlos übernehmen kann. 
Lediglich das Autofahren jagt mir noch immer recht viel Angst ein. Bisher bin ich nur einmal mit B. auf dem Beifahrersitz gefahren und es ist ein wahres Wunder, dass sowohl wir beide, als auch das Auto wieder heil Zuhause angekommen sind... Sich auf den Linksverkehr einzustellen, ist echt super merkwürdig und benötigt eine Menge Konzentration und Übung. Daher werden wir heute und morgen auch noch fleißig fahren üben, damit ich später die Kinder sicher zur Schule bringen und wieder abholen kann.

In nächster Zeit muss ich euch unbedingt noch von meinen letzten Erlebnissen in Sydney erzählen. Bevor ich nach Brisbane flog, hatte ich nämlich noch ein paar fantastische Tage mit Freunden und auch noch einige super süße Erfahrungen mit Jake.
Nun versuche ich aber erstmal mich hier richtig einzuleben, mich an all die neuen Umstände zu gewöhnen und ordentlich Autofahren zu lernen. Ich werde versuchen, mich regelmäßig zu melden, aber ihr wisst ja, dass mir das nicht allzu leicht fällt... Ich gebe mein Bestes!

Ankunftsgrüße
Hanna 🐨 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Monatsrückblick September: Volles Programm

Ein Lebenszeichen von mir! 

Entschuldigt, dass ich die letzten Wochen ein wenig schreibfaul war. Doch wenn mir nicht nach Schreiben zumute ist, hat es auch keinen Sinn, mich an meinen Laptop zu setzen und loszutippen. Dann verfasse ich nämlich einen Text, mit dem ich im Nachhinein unzufrieden bin und ihn ohnehin nicht veröffentliche. 
Eigentlich habe ich momentan auch keine so große Lust zu schreiben. Aber mit der Zeit häufen sich die Erlebnisse, mein Kopf braucht Platz. Darum tut mir Schreiben gut, Tagebuch, Blog, To-Do-Listen, Postkarten, Briefe... Hier in Australien mache ich das alles. Da fällt mir ein... Es freute mich sehr zu hören, dass meine erste Ladung Postkarten nach nur anderthalb Wochen in Deutschland angekommen ist! 

Im letzten Monat war so ziemlich jedes Wochenende aufgrund des Combo-Tickets durchgeplant, (sehen wir mal von meinem Krank-sei-Zuhause-bleib-Samstag ab) und ich konnte wieder einiges in Sydney sehen und erleben:
Ich hatte zweimal das Glück, Freunde aus der Heimat zu treffen. Zum einen begann eine Freundin aus meiner Theatergruppe ihr Work & Travel in Sydney, sodass wir uns gemeinsam den Royal Botanic Garden ansehen konnten. Zum anderen verabredete ich mich mit einer ehemaligen Lehrerin, die ihren Urlaub in Australien verbrachte, und ging mit ihr nochmals in den Taronga Zoo.
Diese beiden Tage haben mich richtig gefreut und mir richtig viel Kraft für meinen weiteren Aufenthalt gegeben. Denn obwohl ich hier bereits einige Freunde gefunden habe und in einer famosen Gastfamilie lebe, ist es einfach eine herrliche Abwechslung, Menschen zu treffen, die man schon länger kennt, und somit für einige Stunden ein wenig mehr mit Zuhause verbunden zu sein. 
♥

Vor einigen Wochen habe ich außerdem auf dem örtlichen Spielplatz eine ganz liebe Au-pair aus Österreich kennengelernt, die nur eine Straße weiter wohnt und mit der ich in Zukunft sicherlich auch einiges erleben werde. (Es war das erste Mal, dass ich zufällig – ohne Verabredung über Facebook – eine andere Au-pair traf. Daher finde ich das durchaus erwähnenswert.) 

Die Deko ist übrigens kein einfaches
Herz, sondern – wie ich von Jake lernte –
ein sogenanntes Smarties Love Heart!
Natürlich habe ich auch mit Jake wieder jede Menge gelacht (und manchmal auch geschimpft). Letzte Woche haben wir gemeinsam einen Schokokuchen gebacken. Das hat echt Spaß gemacht, auch wenn ich ihn diverse Male darum bitten musste, endlich die Finger aus dem Teig zu nehmen. 


"Do you know how we call this, Hanna?" 
– "No, tell me." – 
"It's a homemade chocolate cake by you and me!" ♥



Auch meine Freizeit gestalte ich inzwischen etwas sinnvoller, indem ich mich bemühe, regelmäßig Sport zu machen. Mich dazu zu motivieren, fällt mir meist noch recht schwer, aber ich merke, dass mir ein wenig Workout, Yoga und Joggen echt gut tun.
Zudem höre ich in jeder freien Minute die Harry Potter Hörbücher, die ich auf meinem Laptop habe. Ich hoffe, niemanden zu enttäuschen, wenn ich euch verrate, dass ich diese jedoch auf Deutsch höre. Ich nehme mir aber ganz fest vor, die Bücher auf Englisch zu kaufen (und zu lesen!), wenn ich zurück in Deutschland bin. Hier möchte ich mir keine Bücher kaufen. Der Koffer ist am Ende bestimmt so schon viel zu schwer...

Das soll es fürs Erste auch gewesen sein. Ich verspreche, mich die nächsten Wochen etwas mehr zu bemühen. Ich werde versuchen, regelmäßiger zu schreiben und auch mal andere Themen (Erlebnisse in meiner Gastfamilie, Tipps für au-pairing-Interessierte, sonstige in meinem Kopf herum wabernde Gedanken, etc.) einzubringen. Keine Ahnung, ob ich dieses Versprechen einhalten werde... Ich wollte auch weniger Schokolade essen und das klappt so gar nicht! 😜

Sonnenscheingrüße
Hanna 🐨

Freitag, 9. September 2016

Ausgeknockt.


Den aufmerksamen Lesern unter euch fiel vielleicht auf, dass ich gar nicht über meinen letzten Samstag berichtet hatte. Das hat damit zu tun, dass ich nach meinen Kreislaufproblemen Donnerstagnacht, die ich ja bereits im Monatsrückblick erwähnte, meinem Körper einen Tag Ruhe gönnen wollte (obwohl ich wirklich gerne zum Au-pair-Treff nach Manly gegangen wäre).
Wie ich am Sonntag bemerkte, war dies anscheinend nicht genug. Während ich mit meiner Begleitung Richtung Darling Harbour schlenderte, bekam ich Ohrensausen und der Druck auf meinem linken Ohr hielt bis zum Schlafengehen an. Da ich auch noch die ganze Nacht lang  Ohrenschmerzen hatte, kam ich um einen Arztbesuch am Montag nicht herum. Die Ärztin war echt super nett, aber es ist völlig egal, wie nett dein Gegenüber ist – wenn die Diagnose "Beidseitige Mittelohrentzündung" lautet, ist dein Tag gelaufen. 
Meine Gastmutter arbeitete am folgenden Tag extra von Zuhause aus, um zwischendurch ein paar Stunden auf Jake aufpassen zu können, damit ich mir mehrere Ruhepausen gönnen konnte. Dafür war ich echt sehr dankbar. ♡
Inzwischen sind die Ohrenschmerzen vergangen. Ab und zu plagen mich noch etwas Druck auf den Ohren und eine Schnupfnase. Doch im Großen und Ganzen fühle ich mich wieder recht fit. Heute zum Beispiel war ich mit einer mir sehr ans Herz gewachsenen Freundin in Rouse Hill zum Shoppen und FroYo essen verabredet! Zum Pub Crawl gehe ich heute Nacht jedoch nicht. (Sorry, T.! ♥) Das möchte ich meinem Körper besser noch nicht antun... Aber das Konzert morgen Abend, worauf ich mich schon seit Wochen sehr freue, lasse ich mir nicht entgehen. ♫ Und am Sonntag werde ich wohl auch endlich wieder zum Hillsong-Gottesdienst nach Baulkham-Hills fahren.
Es geht bergauf! ☺

Schniefende Grüße
Hanna 🐨

Donnerstag, 1. September 2016

Monatsrückblick August: Ankommen, Einrichten, Einleben

Kaum zu fassen, wie schnell die Zeit vergangen ist. Mein erster Monat ist bereits vorbei und ich habe schon so viel erlebt, so viel gelernt, so viele Menschen getroffen...

Bei meiner Gastfamilie hatte ich mich sofort wohlgefühlt und war mir vom ersten Tag an sicher, dass es mir in diesem Haus die nächsten 6 Monate über sehr gut gehen würde. Wenn ich Hilfe brauchte, zum Beispiel bei der Eröffnung des Bankkontos oder beim Beschaffen einer australischen Telefonnummer, konnte ich mich immer an meine Gastmutter wenden. Wir führen jeden Abend sehr nette Gespräche, sie kocht super leckeres Essen – ich habe auch echt Glück bei einer Vegetarierin untergekommen zu sein – und recht oft haben wir Dank Jake richtig viel zu lachen. 
Ja, Jake ist schon ein sehr lustiger, putziger Junge, der mich ganz schön auf Trab hält. Er steckt voller Fantasie! So erklärte er mir letztens, dass es sich bei dem automatischen Lufterfrischer im Wohnzimmer eigentlich um eine geheime Überwachungskamera handelt, die Santa verwendet, um zu beobachten, ob er auch immer brav ist. Zuerst dachte ich, Deeyaa hätte ihm das erzählt, aber diese war selbst ganz überrascht, als ich sie darauf ansprach. Haha!
Manchmal treibt mich Jake natürlich auch in den Wahnsinn. Seine allmorgendliche Frage "Is it my school day today?" bejahe ich meist und dann befindet sich seine Laune ganz schnell im Keller. Dabei handelt es sich dabei nur um den Kindergarten. Ziemlich schnell eingeschnappt kann er auch werden, wenn er gerade gar keine Lust hat, die Platzdeckchen auf den Tisch zu legen oder zu duschen. Aber so ist das eben als Vierjähriger. Warum sollte man denn helfen den Tisch zu decken, wenn man in der Zeit genauso gut mit seinen Actionfiguren spielen kann? Warum soll man denn Spielsachen aufräumen, wenn man später sowieso weiterspielt? Ich glaube, Kinder sind die Einzigen, die wirklich in der Lage sind, im Hier und Jetzt zu leben, den Moment zu genießen, ohne daran zu denken, was später sein wird. Ganz unbeschwert. Diesen Gedanken hatte ich im Laufe des letzten Monats schon des Öfteren. Wenn ich die Zeit und die Lust dazu finde, werde ich darüber jedoch später einen extra Eintrag verfassen...

Genauso schnell wie ich mich an meine Gastfamilie gewöhnt habe, habe ich mich auch an die wunderschöne Umgebung gewöhnt. Die Suburb bietet viele Parks mit Spielplätzen, es gibt kleine Einkaufszentren und in nur einer Stunde ist man in Sydney. Zwar hat das Wetter ein wenig verrückt gespielt, oft war es kalt und regnerisch, doch ich bin mir sicher, der Frühling wird bald kommen. 

Ebenso angetan bin ich von der Mentalität der Menschen. Egal wo ich hingehe, es herrscht ein "All Good" Feeling, das ansteckend ist. Das mag übertrieben klingen und womöglich bin ich ein wenig von den ersten positiven Eindrücken überrumpelt, aber in Deutschland hatte ich noch nie ein so nettes Gespräch mit einem Postboten; habe nie jemanden an einer Bushaltestelle getroffen, mit dem ich mich dann eine Stunde lang unterhalten und ihn anschließend auf Facebook geaddet habe; wurde nie von einer freundlichen alten Dame angesprochen, ob ich Hilfe benötige, nur weil ich mich so suchend umschaute. All diese Begegnungen haben mich so gefreut! 
Dazu kommen all die fantastischen Ausflüge, die ich gemacht habe: 


Die letzten Wochen in Deutschland, bevor ich hierher geflogen war, bin ich einige Male darüber besorgt gewesen, ob ich nicht von Heimweh geplagt werden würde. Doch bei all den großartigen Erlebnissen habe ich gar keine Zeit für Heimweh. Mir widerfährt hier soviel Positives, dass es keinen Grund gibt, traurig zu sein. Es gab einzelne Momente, in denen ich mich nach meiner Familie oder Freunden aus der Heimat sehnte – gestern Abend zum Beispiel lag ich mit Kreislaufproblemen in meinem Bett, fühlte mich elend und hätte meine Eltern echt gerne bei mir gehabt – aber ich hatte nie den Wunsch, frühzeitig nach Hause zurückzukehren, und ich hoffe auch sehr, dass das noch einige Monate so bleiben wird. Im 21. Jahrhundert ist man durch Skype, Facebook und WhatsApp ohnehin jederzeit miteinander verbunden und die Zeit wird so schnell vergehen, dann bin ich schon wieder zurück in Deutschland und sehe all die Menschen, die ich so sehr liebe, wieder. Doch darauf möchte ich gerne noch ein wenig länger warten! ♥

Für die Septemberwochenenden habe ich schon ganz viele Sachen geplant. Wenn alles klappt, kann ich mich auf das Aquarium und den Wild Life Zoo in Sydney freuen, auf Madame Tussauds und das Tower Eye. Es wird ein weiteres Au-pair-Treffen stattfinden, ich gehe sicherlich bald mal zum Pub Crawl und nächste Woche wartet ein ganz besonderes Konzert auf mich, das ich kaum erwarten kann! 
Ich verspreche, weiterhin regelmäßig von mir hören zu lassen, und ich freue mich über jedes Feedback von euch. Tipps, Ideen, Verbesserungsvorschläge helfen mir sehr weiter!

Frische Grüße
Hanna 🐨

Dienstag, 2. August 2016

Leben in einer neuen Familie

Hallöchen! 
Wie erwartet, bin ich gestern Morgen wohl behütet in Sydney gelandet. Dort holte mich Deeyaa mit ihrem 4-jährigen Sohn Jake auch gleich ab. Während dieser auf der Heimfahrt noch sehr schüchtern und schweigend auf der Rückbank saß, unterhielt sich Deeyaa sehr freundlich mit mir und versicherte mir, dass Jake schon bald ganz offen zu mir sein würde, sobald er sich an mich gewöhnt hätte. Für gewöhnlich dauere es gar nicht lange bis er neue Aupairs ins Herz schließe. So sei es bisher immer gewesen. 
Ich bin übrigens bereits die sechste (oder sogar die siebte? Ich bin mir nicht mehr sicher...) Aupair der Familie, was meiner Meinung nach gar nicht schlecht ist, da Deeyaa somit schon viel Erfahrung mit neuen Mitbewohnern sammeln konnte. Das ist es übrigens, was sie in ihren Aupairs sieht. Sie würde das Ganze trotz Bezahlung nie als einen Job bezeichnen, dafür sei die Beziehung zum Glück viel zu eng. Ich sei Teil der Familie. 
"Just make yourself at home and treat me like a big sister." 
Wir teilen uns ein Haus, ich darf zu jeder Zeit in jedes Zimmer, habe alle Freiheiten der Welt, solange ich sicherstelle, dass es Jake gut geht. 
Diese Offenheit und dieses Vertrauen beeindrucken mich wirklich und ich bin unglaublich dankbar, in einer so zuvorkommenden Familie gelandet zu sein! Ich bin mir sicher, ich habe hier ganz wundervolle 6 Monate vor mir! (Vorausgesetzt der Frühling kommt bald. Momentan herrscht draußen nämlich eine regnerische Kälte und ich verbringe den heutigen Vormittag mit einer Mischung aus Bloggen und Frieren. Tja Hanna, schön blöd im August auf die Südhalbkugel zu reisen...)

Freundlicherweise durfte ich mich gestern vom langen Flug und der Reise erholen und mein Zimmer einrichten, heute erklärt mir Deeyaa meine Aufgaben im Haushalt und zeigt mir die Umgebung.
Mein erster "richtiger Arbeitstag" wird morgen sein. Doch wie genau mein Tagesplan aussieht, werde ich euch an einem anderen Tag erzählen.

Bis dahin! 🐨

Geschenke von Freunden daheim ♡

Welcome Gifts