Auf letzten Sonntag hatte ich mich schon die ganze Woche lang gefreut, denn da fand der Color Run in Sydney statt. Dieses Event hatte mir bereits meine Vorgängerin empfohlen und dann fragte mich auch noch eine weitere Au-pair, ob ich nicht Lust hätte dorthin zu kommen. (Sie ist die Nachfolge-Au-pair einer Freundin meiner Vorgänger-Au-pair, aber ich kenne sie noch gar nicht persönlich.)
Die Tatsache, dass es sich dabei eigentlich um einen 5km-Lauf handelt, schreckte mich kurz ab (für alle, die es nicht wissen: ich bin in etwa so sportlich wie eine Kartoffel), aber dann erfuhr ich, dass die wenigsten Color Runner diese Strecke tatsächlich rennen. In erster Linie geht es bei diesem Event nämlich um Spaß, Freude und viele bunte Farben! Und das sagt mir auf jeden Fall zu!
Wie in meinem letzten Post schon erwähnt, holte ich am Samstag im Winyard-Park mein Color Run Kit ab, welches ein weißes T-Shirt, ein Stirnband, zwei Klebetattoos, und meine Bibnummer enthielt. Zudem verschenkte ein Einhorn im Park bunte Hulaketten – ist das nicht cool? (Ich habe übrigens keine Ahnung, wer der Typ da im Hintergrund ist. Ich wurde, ohne es zu merken, gephotobombed...)
Am Sonntag stand ich seeehr früh auf, da ich bereits 7 Uhr nach Sydney fuhr. Schon im Bus begegneten mir zahlreiche Color Runner, was mir die Anreise um einiges erleichterte, da ich somit nicht selbst nach einem Anschlussbus Richtung Centennial Park suchen, sondern einfach den anderen folgen musste.
Das Festivalgelände war riesig, jedoch sehr übersichtlich aufgebaut. Trotzdem war es nicht leicht, all die Au-pairs zu finden, mit denen ich verabredet war. Das lag wohl auch daran, dass es etliche Teilnehmer gab, die auch noch alle dasselbe T-Shirt trugen. So war es mir trotz WhatsApp und GPS nur möglich eine von ihnen zu finden, eine Au-pair aus Deutschland, mit der ich mich aber auf Anhieb super verstanden habe. Für diese Begegnung bin ich wirklich sehr dankbar! Dennoch hoffe ich, auch bald die anderen Au-pairs bei einer weiteren Gelegenheit kennenzulernen.
Zu zweit begaben wir uns also gegen 9.30 Uhr zum Start, wo sich unzählige Menschen sammelten und es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis auch wir den Lauf beginnen konnten. Damit sich kein Stau auf der Strecke bildet, darf nämlich immer nur eine gewisse Anzahl von Personen auf einmal starten. Als uns dies endlich gestattet war, spazierten wir von einem Color Tor zum nächsten, wo wir mit Farbpulver beworfen wurden. An diesen Stellen hatten wir auch echt Spaß und freuten uns über jeden Farbklecks, aber zwischendurch war es doch ein wenig langweilig. Zwar unterhielten wir uns, joggten auch mal ein Stück und lachten sehr viel, aber so eine richtige Feierlaune kam noch nicht auf. Doch nach dem Zeil wartete immerhin noch die Tanzfläche auf uns, dort würde sich das bestimmt noch ändern. Wie falsch wir damit lagen, sollten wir bald erfahren...
Am Ziel angekommen, erhielten wir zwar eine Flasche Wasser und unsere Medaillen, aber nicht die uns versprochenen Farbbeutel, weil diese schon leer waren. Ach, was soll's. Auf der Tanzfläche wird sowieso weiter Farbpulver umher geworfen. Zuvor wollten wir nur schnell etwas essen. Oh, sagte ich schnell? Das stimmt so nicht ganz, denn es dauerte 90 Minuten bis wir endlich unsere Pommes bestellt und erhalten haben, die dann nicht mal so gut schmeckten. Doch das schlimmste war, dass in dieser Zeit der letzte DJ aufgelegt hatte, und als wir schließlich aufgegessen hatten, war die Fete schon vorbei und die meisten Menschen schon wieder gegangen. Kurz beklagten wir uns über das herausgeworfene Geld und unser blödes Timing, dann beschlossen wir, das Beste draus zu machen und nutzen die Gelegenheit für ein paar Fotos. Wann begegnet man schon einmal einer solch gigantischen Ananas?
Zwar hatten wir es nicht geschafft, die anderen Au-pairs zu treffen, was echt schade war; wir hatten unsere Chance, auf die Tanzfläche zu gehen, verpasst; viel zu viel Geld für richtig eklig gewürzte Pommes bezahlt und am Abend schmerzten meine Füße vom langen Weg zum Bahnhof enormst, doch hatte ich irgendwie trotzdem einen sehr lustigen Tag in wunderbarer Gesellschaft.
So ganz ist mir die Veranstaltung das viele Geld im Nachhinein zwar nicht wert gewesen, aber immerhin habe ich jetzt ein neues T-Shirt, ein Stirnband, das ich eh nie tragen werde, und ein Foto mit einem Einhorn. Und hey, wer kann das schon von sich behaupten?
Sollte ich je wieder bei einem Color Run teilnehmen, weiß ich jetzt, dass es sich lohnt, früher loszulaufen, um genug Zeit für die Tanzfläche zu haben und einen der Farbbeutel zu ergattern... 😉
Sollte ich je wieder bei einem Color Run teilnehmen, weiß ich jetzt, dass es sich lohnt, früher loszulaufen, um genug Zeit für die Tanzfläche zu haben und einen der Farbbeutel zu ergattern... 😉
Wer mehr über das Event an sich erfahren möchte, kann ja mal einen Blick auf die offizielle Website werfen. Den Color Run gibt es übrigens auch in Deutschland!
Bunte Grüße
Hanna 🐨


